Ciprian Tiba
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Ciprian Tiba

In der Gemeinde ein Zuhause finden

  • Thomas Brückner
    vonThomas Brückner
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Laubach/Grünberg(tb). Die letzten Tage dürften für Pfarrer Clemens Matthias Wunderle mit Wehmut verbunden gewesen sein: Endete doch eine "schöne und segensreiche Zeit", wie er Anfang Februar im Gespräch mit dieser Zeitung betont hatte. Nach 14 Jahren in Laubach und acht Jahren in Grünberg hat er am 1. Mai seine neue Stelle in Germersheim angetreten. Die Verabschiedung von der katholischen Pfarrgruppe Laubach/Grünberg wurde wegen der Corona-Krise auf die Zeit nach den Sommerferien verschoben - fürs Erste.

Als "Übergangsgeistlicher" hat Pater Thaddäus Vos die Stelle übernommen, bis zur Amtseinführung von Wunderles Nachfolger: Ciprian Tiba ist sein Name, derzeit Pfarrvikar in Mainz-Hechtsheim. Am 1. August wird er ins Laubacher Pfarrhaus einziehen.

Tiba erblickte 1978 in Iasi das Licht der Welt, eine Uni-stadt im Norden Rumäniens, in der Region Moldau. Nach dem Abitur ging er ins Priesterseminar, studierte an der Philosophie und Theologie. 2005 wurde er zum Priester geweiht, noch im selben Jahr Kaplan in Sabaoani, knapp 80 Kilometer von seiner Heimatstadt entfernt. Vier Jahre später war er dann Pfarradministrator der Gemeinde Hl. Kreuz.

Kleine Minderheit in Rumänien

Wie er nun erklärt, stellen die römisch-katholischen Gläubigen in Rumänien nur eine kleine Minderheit dar, rund fünf Prozent. 86 Prozent bekennen sich zur rumänisch-orthodoxen Kirche. Da die katholischen Bistümer über ausreichend Priester verfügten, im Westen dagegen der Mangel groß ist, wechselte er vor acht Jahren ins Ausland. 2012 übernahm Tiba eine Gemeinde rumänischer Katholiken im italienischen Città di Castello. Nach drei Jahren aber lief sein Vertrag aus, und so gelangte er schließlich nach Deutschland. Warum? "Als Seminarist war ich bereits zweimal dort gewesen, Land und Menschen haben mir gut gefallen", lautet die Antwort. Von Januar 2016 bis August 2017 wirkte er zunächst als Kaplan in Lorsch, danach als Vikar der Pfarrgruppe Hechtsheim/Ebersheim. Drei Jahre sind nun vorüber, und seine Bilanz fällt positiv aus: "Diese Zeit hat mich menschlich und geistlich bereichert." Anfang dieses Jahres schließlich "ereilte" ihn die Anfrage des Bistums Mainz, ob er bereit sei, eine Pfarrstelle zu übernehmen. Er sagte "Ja". Und so also kam es, dass er zum 1. August 2020 nach Oberhessen kommen wird.

Bei der Frage nach den Erwartungen vom neuen Amt verweist er auf seine Erfahrungen als Priester: "Diese haben mir gezeigt, dass jede Gemeinde ihre eigene Persönlichkeit hat, und trotzdem kann man sich überall zu Hause fühlen." Ein Zuhause, für sich wie die Katholiken in Laubach und Grünberg, ist zunächst sein Wunsch. Erst dann, wenn man sich kennengelernt habe, sei zu erkennen, welche Erwartungen man gemeinsam verwirklichen könne.

Kommt man auf sein Selbstverständnis vom geistlichen Amt zu sprechen, so formuliert Tiba das Spenden der Sakramente sowie das "Verkünden der Botschaft, dass Gott unser Vater ist und er uns sehr liebt", als vornehmste Aufgaben. In diesem Sinn will der 41-Jährige alle Schichten im Blick haben: Kinder, Jugendliche, Erwachsene, Alte.

Klar, es ist noch zu früh, um etwas Konkretes zu seinen pastoralen Plänen zu sagen. Das will er auch nicht allein machen. "Ein großer Vorteil, den ich in Deutschland entdeckt habe: Der Priester ist nicht allein in seiner Arbeit, es gibt die Gremien." Gemeinsam will er also den "Weg eines immer besser erlebten Glaubens, einer erneuerten Hoffnung für die Zukunft der Gemeinden, einer konkreten Liebe gegenüber unseren Mitmenschen und Gott gehen", bekräftigt Tiba am Ende. Nicht ohne all seinen Vorgängern in Laubach und Grünberg zu danken. "Mit Gottes Hilfe möchte auch ich in der Geschichte dieser Pfarrgemeinden schöne Zeilen schreiben." FOTO: PM

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