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Wer die höchste Augenzahl würfelt, darf sich einen Gewinn aussuchen. FOTO: FP

Es geht um die Wurst - oder um die Torte

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Laubach(fp). Nicht um hohe Gewinnsummen geht es am letzten Tag des Jahres 2019 in Laubach, sondern sprichwörtlich "um die Wurst". Zum Silvesterwürfeln verwandelten sich Cafés, Kneipen und Restaurants am Nachmittag wieder zu Spielcasinos und waren zum Bersten voll. Als Gewinne winkten den Glücksrittern neben Fleischwaren auch süße Torten, Brezeln, Donut-Boxen oder Gutscheine. Bei den dicht umlagerten Spieltischen müssen die Croupiers nicht lange bitten, wenn noch ein oder zwei Mitspieler für die nächste Runde fehlen.

Würfeln bis zum Pasch

"13 ist hoch", ruft die Spielleiterin im Café Göbel und die Freude bei der kleinen Glücksspielerin ist zunächst groß. Sie währt jedoch nur solange, bis ihr ein weiterer Spieler mit einer höheren Augenzahl die Brezel wegschnappt. An einem anderen Tisch geht ein Raunen durch die Runde. Die Starterin hat gleich beim ersten Wurf eine 17 vorgelegt. Da wissen die Mitspieler, dass dieser Erfolg kaum zu überbieten ist. So bleibt es dann auch und die glückliche Gewinnerin kann ihre Torte am Verkaufstresen aussuchen.

Nachweislich wird das Glücksspiel seit über 100 Jahren in der früheren Grafenstadt betrieben, das ist gesicherte Erkenntnis. Der Überlieferung nach sollen französischen Soldaten das Spiel im Dreißigjährigen Krieg mit an den Fuß des Vogelsberges gebracht haben. Geknobelt wird mit drei Würfeln. Jeder Mitspieler wirft solange, bis zwei Würfel die gleiche Augenzahl zeigen, dann zählt der Wurf. Die Zahl des dritten Würfel wird addiert.

Einheimische und Auswärtige beteiligen sich etwa zu gleichen Teilen am Glücksspiel, wie eingesessene Laubacher berichten. Spaß und Geselligkeit stehen für alle im Vordergrund. Auch diesmal schlenderten wieder viele Besucher durch die Innenstadt. Gerade vor den kleineren Lokalen bildeten sich Schlangen bis auf die Straße, ehe der Würfelspaß nach drei Stunden nahtlos in die Silvesterfeiern mündete.

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