Gründlich zu erneuern: Gehwege und Straße in der Ortsdurchfahrt Gonterskirchen. FOTO: TB
+
Gründlich zu erneuern: Gehwege und Straße in der Ortsdurchfahrt Gonterskirchen. FOTO: TB

Nur fürs Land wird’s billiger

  • Thomas Brückner
    vonThomas Brückner
    schließen

Laubach(tb). Seit dem Grundsatzbeschluss für einen Ausbau der Ortsdurchfahrt Gonterskirchen im November 2017 ist viel Wasser die Horloff runtergelaufen: Damals waren sich Laubachs Stadtverordnete einig darin, im Zuge der Landesmaßnahme auch Gehwege sowie Ver- und Entsorgungsleitungen zu sanieren. Nach einer Verschiebung der Straßenarbeiten unter Regie von Hessen Mobil um ein Jahr soll es im Juni endlich losgehen.

Mehraufwand bei Hausanschlüssen

Nur: Nicht anders als bei früheren Projekten ist auch hier ein kräftiger Preisanstieg zu verbuchen. Wie die Ausschreibung ergeben hat, muss die Stadt unterm Strich 430 000 Euro drauflegen, so steigt ihr Beitrag auf 2,9 Millionen Euro.

Die einzelnen Posten: Bei den Gehwegen verteuert sich der Aufwand um 390 000 auf 1,39 Millionen Euro, bei der Erneuerung der Wasserleitung um 330 000 auf 660 000 Euro. Schwacher Trost: Für die Abwasserkanäle - wie beim Wasser sind die Hausanschlüsse inbegriffen - braucht es statt veranschlagter 1,14 Millionen "nur" 940 000 Euro.

Da Laubach im Vorjahr die Straßenbeiträge abgeschafft hat, werden nur die Hausanschlüsse, nicht mehr die Gehwege umgelegt. Die grundhafte Erneuerung der L 3138 kostet das Land nun eine Million, rund 250 000 Euro weniger als veranschlagt. Macht in Summe 3,9 Millionen Euro.

Um ihre Finanzierungslücke zu schließen, verschiebt die Stadt mehrere Maßnahmen auf nächstes Jahr. Bauamtsleiter Martin Bouda gab dazu soeben im Haupt-, Finanz- und Bauausschuss Erläuterungen. Die 330 000 Euro Mehrkosten beim Wasser werden ausgeglichen, indem man heuer auf das Verlegen von Leitungen im Neubaugebiet Röthges (83 000 Euro) sowie vom "Froschloch"-Brunnen zum Laubacher Hochbehälter ("ein Kilometer bereits ausgetauscht"/170 000 Euro) verzichtet. Der Rest wird durch eine "Mehreinnahme" aus den Umlagen gedeckt: Die Submission für die Hausanschlüsse ergab einen Aufwand von 160 000 statt 80 000 Euro.

Zur weiteren Deckung der Mehrkosten nutzt man die erwähnte 200 000-Euro-Einsparung bei der Kanalerneuerung sowie jene 230 000 Euro, die aus der Verschiebung der Brückensanierung "In der Steinbach" (Kernstadt) resultieren. Unterm Strich bleibt damit sogar noch etwas Luft, rund 49 000 Euro. Besser sei das, meinte Bouda mit Blick auf eventuelle Mehrkosten.

Deckungsvorschläge, die der SPD nicht behagen, da notwendige Investitionen in die Infrastruktur betroffen sind. "Was, wenn wir wieder einen so trockenen Sommer kriegen und die Leitung zum Hochbehälter nicht funktioniert?", mahnte Horst Wagner. Eine Versorgung mit Tankwagen aus dem Vogelsberg komme ja nicht infrage. Und die Wetterbrücke "In der Steinbach": Müsse die gesperrt werden, kämen die Anwohner nicht mehr nach Hause? "Hoffen wir, dass keine italienische Verhältnisse eintreten."

Keine "italienischen Verhältnisse"

Auch brauche Laubach dringend neue Bürger, sollte daher die Baugebietserschließung in Röthges nicht vertagt werden.

Dafür andere, weniger essenzielle Projekte: der Rollatorweg in der Unteren Langgasse, die Umgestaltung des Marktplatzes ("Gutachten liegt noch nicht vor"), die Wegebeleuchtung zum Campingplatz und die Umgestaltung der alten Feuerwehrräume im DGH Goki. Nicht zu vergessen die Radwegeplanung Richtung Freienseen, da doch weiter unklar sei, ob die Trasse durch oder um den Tunnel herum führen werde. In Gänze umfasste das SPD-Sparpaket 483 000 Euro.

Der Ausschuss in seiner Rolle als "Notparlament" sah es am Ende doch anders und beschloss mit 7:3 Stimmen die Magistratsvorlage.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare