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Für eine Belebung am Marktplatz

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Von: Thomas Brückner

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Im seit Jahren leer stehenden ehemaligen »Nahkauf« (rote Säulen) plant die Stadt Laubach ein Kultur- und Begegnungszentrum. © Thomas Brueckner

Laubach (tb). Seit bereits drei Jahren steht der »Nahkauf« am Laubacher Marktplatz leer. Schlecht vor allem für die Altstadtbewohner und die ganze Stadt, sind Lebensmittelgeschäfte doch sogenannte Frequenzbringer, sorgen deren Kunden für Leben in den Gassen. Dass Leerstände, schon gar im Zentrum, schlecht sind, weiß auch Bürgermeister Matthias Meyer.

Er drückt es drastischer aus: »Das ist Gift für Laubach.«

250 000 Euro vom Land Hessen

Geht es nach dem parteilosen Rathauschef, würde die Kommune eine Chance zur »Entgiftung« ergreifen: Mit den 250 000 Euro, die das Land aus dem Fördertopf »Zukunft Innenstadt« bewilligt hat (die GAZ berichtete), würde der »Nahkauf« erworben und zum Kultur- und Begegnungszentrum umgewidmet.

Der Fachausschuss für Soziales und Kultur brachte in seiner Sitzung am Montag das durchaus ambitionierte Projekt einen ersten Schritt voran: Einstimmig wurde dem Stadtparlament empfohlen, vom Land verlangten Grundsatzbeschluss auf Teilnahme an der »Zukunftsinitiative« zu fassen. Wie gesagt, nur ein erster Schritt, über das nun auszuarbeitende Konzept werden die Gremien später befinden.

Gemäß Magistratsvorlage soll für die Viertelmillion nicht nur der alte »Nahkauf« gekauft und umgebaut werden. Weiter geplant, freilich »etwas« billiger, sind Rosen- und Lavendelpflanzungen sowie »Power-Banks« (Bänke mit Ladestation). Gemäß Förderrichtlinien ist all das bis Ende 2023 umzusetzen.

Wie Meyer vorm Ausschuss erläuterte, sei die Eigentümerin nun bereit zu verkaufen, und das zu einem deutlich gesenkten Preis von 199 000 Euro. Die Stadt sollte die »große Chance« nutzen, den Marktplatz zu beleben, die Attraktivität der Innenstadt für Einheimische wie Gäste zu erhöhen - und also die Immobilie aus Landesmitteln erwerben. Den obligatorischen Eigenanteil von 20 Prozent addiert, stünden 312 000 Euro für Erwerb und Umbau zur Verfügung. Sofern hier ein öffentliches WC geschaffen würde, taxiert auf 50 000 Euro, könnte man zusätzliche Fördermittel generieren.

Dass die Landesmittel gemäß Antrag an den Zweck »Kultur- und Begegnungszentrum« gebunden seien, gab er Siegbert Maikranz an die Hand. Der hatte das prinzipielle Ja der CDU an die Bedingung geknüpft, dass es zu einer gewerblichen Nutzung komme. Zumal die Stadt schon genug Objekte zu unterhalten habe.

Den Mehraufwand schätzte Meyer auf 6000 Euro, jedoch sollte geplanter Trägerverein aus Bürgern und Verwaltungsvertretern einen Gutteil der Nebenkosten erwirtschaften.

In der Kernstadt, so weiter Meyer, fehle es an einem solchen Raumangebot. Ausstellungen des Kunst- und Kulturforums (»suchen Bleibe«), Veranstaltungen in Kooperation mit dem Film- und Fotoclub oder der Bücherstube sowie Treffen der 130 örtlichen Vereine könnten dort stattfinden.

Was denn mit dem alten Gerätehaus sei, warf Dirk-Michael Hofmann (FBLL) ein. Für dessen Folgenutzung seien in Workshops ähnlich tolle Ideen entwickelt worden. »Ist das alles hinfällig?«

Was wird aus der alten Feuerwache?

Dass die alte Wache eher weniger der Innenstadt zuzurechnen sei, einer Belebung des Marktplatzes Priorität zukommen sollte, hielt Meyer dagegen. Im Übrigen reichten dort 250 000 Euro für einen Umbau nicht aus, sei der Verkaufserlös von 200 000 Euro ja Teil der Neubaufinanzierung gewesen.

So sahen es am Ende alle, wobei Marc Wittek (FW) noch auf eine weitere eventuelle Chance aufmerksam machte: Den Verkauf der Immobilie nach Ablauf der vom Land bestimmten Zweckbindungsfrist.

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