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Der "Begehbare Widder" ist eine der Hauptattraktionen im "Grünen Meer". (Foto: tb)

Natur erleben

Frischzellenkur fürs "Grüne Meer"

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Der Naturerlebnispark "Grünes Meer" Laubach ist in die Jahre gekommen – ein Grund für rückläufige Besucherzahlen. Jetzt aber will der Eigentümer dagegen angehen.

Rund 1,5 Millionen Euro hat Karl Georg Graf zu Solms Laubach nach eigenen Angaben ins "Grüne Meer" investiert. "Mit dem Naturerlebnispark", so reklamierte er 2009 bei der Projektvorstellung, "möchten wir den Besuchern die ökologische und kulturhistorische Bedeutung der heimischen Natur näherbringen". In den acht Jahren jedoch kam dem "Grünen Meer" viel von seiner Anziehungskraft abhanden. Der natürliche Verfallsprozess, gerade was die hölzernen Stege angeht, dürfte ein Grund für die rückläufigen Besucherzahlen sein. Natur, nicht Attraktionen im Fokus

Der Renovierungsbedarf ist offensichtlich und wird jetzt auch vom Eigentümer gesehen: Wie Solms auf GAZ-Anfrage sagte, soll die "Auffrischung" in diesem Jahr erfolgen. Vor allem sollen besagte Stege repariert und sämtliche Holzkonstruktionen auf ihre Standfestigkeit überprüft werden. Bei Bedarf werde aus- und nachgebessert.

Wie Solms betonte, war und ist das "Grüne Meer" sicher, jedes Jahr schaue der TÜV vorbei, nehme Wege und Stege, die Spielgeräte im "Robin-Hood-Dorf" und vieles mehr unter die Lupe.

Wegen der "Auffrischung" wird der Park in diesem Jahr nur teilweise begehbar sein. Geöffnet ist nur die kleine Runde, das "Waldtaxi" bleibt in der Garage, im Streichelzoo sind die "frechen Ziegen" in diesem Jahr unter sich, nachdem die Alpakas ausgezogen sind. Zugänglich bleibt aber die Hauptattraktion, der 35 Meter hohe Aussichtsturm. Ob der Einschränkungen wird der Eintrittspreis aber quasi halbiert.

Wie Solms sagte, hegt er – abgesehen von der Renovierung – keine weiteren Pläne, um die Besucherzahlen zu steigern. Auch nicht die Anlage des im Vorfeld mal avisierten Baumhöhenpfades: "Es geht beim ›Grünen Meer‹ doch in erster Linie darum, die Natur kennenzulernen, so wie sie ist, nicht um Attraktionen." Im Herzen des Laubacher Waldes

Der 80 Hektar große Park befindet sich inmitten des Laubacher Waldes. Dem kommt – neben der wirtschaftlichen Bedeutung für das gräfliche Haus aber auch die Stadt Laubach – hohe ökologische Wertigkeit zu. Das rund 9600 Hektar umfassende Habitat erfüllt die Kriterien der Europäischen Vogelschutzrichtlinie, ist Heimat seltener, gefährdeter Arten wie dem Schwarzstorch, dem Grauspecht oder der Hohltaube. Auch davon erfährt der Naturfreund, der an den Infotafeln Halt macht.

Was den Baumhöhenpfad angeht, so ist dieser laut Solms zwar vor allem an den zu hohen Kosten gescheitert, aber auch an der Natur selbst: Einer der dafür unentbehrlichen Bäume war umgefallen.

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