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Übergabe der Produktionsschule am Alten Bahnhof Laubach.

Freude über Stärkung der Bildungsangebots

  • Thomas Brückner
    VonThomas Brückner
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Laubach (tb). Später als geplant wird die Produktionsschule in Laubach fertig werden. Der Grund: Auch der Kreis Gießen als Schulträger hat mit den coronabedingten Schwierigkeiten am Bau zu kämpfen, der Mangel an Stahl verzögert die Lieferung der Lehrküche. Zum Schuljahresbeginn im August jedoch soll der auf 350 000 Euro taxierte Umbau der Gemeinschaftsunterkunft am Alten Bahnhof fertig sein.

Dann sollen hier Jugendliche, die ihre Stärken in der Praxis haben und einen regulären Unterricht nicht bewältigen können, einen Weg zurück in die Schule finden. Freiwillig, wie Kreisschuldezernentin Dr. Christiane Schmahl bei der »Einweihung« anfügte. Und bekannte, es handele sich hier um eines ihrer »Herzensprojekte«. Mit diesem bekommt der Kreis seine zweite Produktionsschule. Die erste ging 2005 in Heuchelheim in Betrieb, wird vor allem von männlichen Jugendlichen besucht - was mit dem Schwerpunkt Holz/Metall zu tun haben dürfte.

Der neue Standort, eine Außenstelle der Willy-Brandt-Schule (WBS) in Gießen, legt den Fokus auf Landschafts- und Gartenbau (GaLa) sowie Hauswirtschaft. Aus diesen Bereichen werden die Jugendlichen Arbeitsaufträge annehmen, die praktische Umsetzung vorbereiten, etwa den Materialbedarf für eine Hofpflasterung berechnen, und natürlich ausführen. Ein erstes Projekt steht bereits fest: die Neugestaltung der Außenanlage vor der Schultür.

Schmahl: Kein Abschiebebahnhof

Gemäß dem Leitbild »Produktionsorientierte Didaktik« gesellt sich zur Praxis die Theorie, etwa im Mathe- oder Deutschunterricht.

Los geht es im August mit einer achtköpfigen Lerngruppe. Mehr als 20 Schüler ab Jahrgang 8 sollen es nicht werden, am Ende werden sie bestenfalls einen Berufsorientierenden oder Hauptschulabschluss in der Tasche haben. Schmahl mit Bezug auf die Nachbarschaft: »Dies ist kein Abschiebebahnhof.« Nicht anders Georg Wittich (Staatliches Schulamt) und WBS-Leiterin Andrea Stremme, die in der Erweiterung des schulischen Angebots, der Verknüpfung von Arbeit und Lernen, große Chancen für die Zielgruppe sieht. Der Kreis kooperiert dabei mit dem Schulamt, der Willy-Brandt- und Anna-Freud-Schule in Lich sowie weiteren allgemeinbildenden Schulen, deren Lehrkräfte das Unterrichtsangebot entwickeln.

Wie Schmahl als scheidende Kreisbeigeordnete und künftige Laubacher Stadträtin sagte, habe für den Standort nicht nur die ÖPNV-Anbindung gesprochen (die Bushaltestelle ist gleich nebenan), sondern auch die Kooperation mit der Stadt. Die möchte Bürgermeister Matthias Meyer zufolge das alte Bahnhofsgebäude zu einem Sozialzentrum weiterentwickeln, dort etwa auch das Kinder-und Jugendbüro unterbringen. Die neue Schule sah der Rathauschef als weitere Stärkung der Bildungsinfrastruktur - nicht nur Laubachs, sondern des gesamten Ostkreises.

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