Bald geht’s los: Im Frühjahr fällt der Startschuss für die grundhafte Sanierung der Ortsdurchfahrt Gonterskirchen. Archivfoto: tb
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Bald geht’s los: Im Frühjahr fällt der Startschuss für die grundhafte Sanierung der Ortsdurchfahrt Gonterskirchen. Archivfoto: tb

Vollsperrung

Weg frei für Erneuerung Ortsdurchfahrt Gonterskirchen

  • Thomas Brückner
    vonThomas Brückner
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Der letzte Knackpunkt bei der Erneuerung der Ortsdurchfahrt Gonterskirchen ist beseitigt: Die Linde darf bleiben. Im Frühjahr rücken die Bagger an - Vollsperrung.

Laubach(tb). Der einzig verbliebene Streitpunkt, was den lange geplanten Ausbau der Ortsdurchfahrt Gonterskirchen betrifft, ist ausgeräumt: Die Linde auf der Verkehrsinsel im Einmündungsbereich Friedberger Straße bleibt erhalten.

Den Protest aus dem Ort gegen vorgesehene Fällung hatte jüngst auch die Untere Naturschutzbehörde (UNB) unterstützt. Die Begründung der Planer, wonach der "ortsbildprägende Baum" mit seiner "höheren ökologischen Wertigkeit" die Verkehrssicherheit beeinträchtige, war für die UNB nicht nachvollziehbar: Weder Stamm noch Krone der Linde behindere die Sicht, vielmehr dort platzierte Verkehrsschilder. Fazit: Die Fällung sei ein "vermeidbarer und daher unzulässiger Eingriff".

Auch da an der Insel - und dies trotz des erzwungenen "Linksverkehrs" von Lkw (zu enger Kurvenradius) - keine Unfälle registriert wurden, sieht die aktuelle Planung nun den Erhalt der Linde vor. Der Streitpunkt ist ausgeräumt, im April oder Mai 2020 soll der Ausbau beginnen. Kostenpunkt: 3,4 Millionen Euro brutto.

Auf rund 900 Metern lässt Hessen Mobil für veranschlagte 1,15 Millionen Euro die Landesstraße grundhaft erneuern. Komplett auf Kosten der Stadt werden für 850 000 Euro die Gehwege hergerichtet; nach Aufhebung der Straßenbeitragssatzung und mithin Abschaffung der Anliegerbeiträge (hier: 50 Prozent) entgehen der Kommune rund 425 000 Euro. Die Sanierung von Kanal- bzw. Wasserleitungen für eine Million bzw. 400 000 Euro addiert und eine Landesförderung von 277 000 Euro abgezogen, bleiben bei der Stadtkasse knapp zwei Millionen Euro hängen. Sofern schadhaft, kommt auf die Anlieger einzig die Erneuerung der Hausanschlüsse zu.

Start im Frühjahr, fertig 2021

Im November 2017 von der Stadt im Grundsatz beschlossen, war die Vorplanung vor Jahresfrist den Gonterskirchenern vorgestellt worden (die GAZ berichtete). Ob der avisierten Anliegerbeiträge für die Bürgersteige schlugen bei dem Treffen im Bürgerhaus die Wogen hoch - einige Monate später schaffte das Stadtparlament die als ungerecht erachtete Beitragspflicht ab, ohne Kompensation des Einnahmeausfalls und trotz Widerspruchs des Bürgermeisters. Zwischenzeitlich ist die Vorplanung mit den Behörden abgestimmt, wurden Bürger und Träger öffentlicher Belange beteiligt. Die "Entwurfsplanung" erläuterte am Dienstag Thorsten Eise vom beauftragten Büro Zick-Hessler dem Fachausschuss.

Die Eckdaten des Vorhabens sind im Wesentlichen unverändert: Bis auf wenige "Zwangspunkte" werden die zu schmalen Bürgersteige auf die Mindestbreite von 1,5 Meter erweitert; die Fahrbahn wird auf sechs Meter zurückgeführt; es entstehen mehrere behindertengerechte Querungshilfen und Einstiege an Bushaltstellen (abgesenkte oder erhöhte Borde); der Überbau der Horloffbrücke wird saniert; Wasser- und Kanalleitungen werden auf Teilabschnitten erneuert.

Für die Arbeiten sind anderthalb Jahre angesetzt, verteilt auf vier Bautakte, beginnend am Ortsausgang Richtung Ulfa. Die überörtliche Umleitung erfolgt vor allem über die parallel verlaufende B 276.

Einstimmig empfahl der Ausschuss dem Stadtparlament den Beschluss der Ausbauplanung. Ergänzt um den Zusatz "Linde muss in jedem Fall bleiben" und den Auftrag an den Magistrat, beim Landratsamt auf die Sanierung der maroden Kreisstraße von "Goki" bis Ruppertsburg (Höhe Römheld) zu drängen.

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