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Mehr als 500 Demonstrationen finden am Aktionstag allein in Deutschland statt. (Symbolbild: dpa)

Parents for Future

Erste "Parents for Future"-Demonstration in Laubach

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"Vor allem auf dem Land müssen wir lauter werden", sagt Heike Kirchner. Sie ist die Initiatorin der ersten "Parents for Future"-Demo in Laubach. "Es wird Zeit, dass das Thema hier bei uns in den Wohnzimmern ankommt."

Die Bewegung "Fridays for Future" hat für den heutigen Freitag zu einem weltweiten Klimastreik aufgerufen. Mehr als 500 Demonstrationen finden allein in Deutschland statt. Auch in Laubach werden Menschen auf die Straße gehen. Es ist die erste Demo von "Parents for Future". Initiatorin der Veranstaltung ist Heike Kirchner. Die Mutter von drei Kindern hatte vom weltweiten Aktionstag gehört und wollte sich zusammen mit ihrem Mann beteiligen. "Als wir gemerkt haben, dass es bei uns gar nichts gibt, haben wir die Sache selbst in die Hand genommen", erzählt Kirchner. "Wir dachten uns, wir müssen einfach etwas machen."

Frau Kirchner, was erwarten Sie von der heutigen Demonstration?

Heike Kirchner:Wir wollen, dass das Thema überall ankommt. Es wird viel zu sehr unter den Teppich gekehrt. Vor allem auf dem Land muss es lauter werden, man hört immer nur die Nachrichten aus den Städten, aber es wird Zeit, dass das hier bei uns in den Wohnzimmern ankommt.

Wie viele Teilnehmer erwarten Sie?

Kirchner:Die Schätzungen sind sehr schwer, da wir nur zwei Wochen Zeit hatten, die Demo zu organisieren. Wir haben aber mit Absicht eine Uhrzeit gewählt, zu der hoffentlich die meisten Leute auch Zeit haben. Wir wollen Menschen aus allen Altersklassen ansprechen. Ich hoffe, wir werden eine dreistellige Teilnehmerzahl vermelden können.

Was genau wird denn heute in Laubach passieren?

Kirchner:Wir werden um halb vier starten, es soll ein friedlicher und ruhiger Protest sein. Wir wollen mit unserer Demo niemanden stören, sondern einfach auf das Thema aufmerksam machen. Wir haben bisher insgesamt drei Redner, darunter auch den bekannten Ökologen Dr. Hans-Otto Wack.

Soll denn die Demo eine einmalige Aktion bleiben?

Kirchner:Bisher ja. Wir machen das ja alle neben Job und Familie. Allerdings hoffen wir, das am Freitag in gewisser Weise der Funke überspringt und unsere Demo der Anstoß für mehr Aktionen dieser Art ist. So etwas müsste es viel häufiger geben. Wir nutzen dieses Privileg, so frei unsere Anliegen in die Öffentlichkeit tragen zu können, viel zu selten. Was wir hier machen, das ist gelebte Demokratie.

Wie viele Mitglieder hat "Parents for Future"?

Kirchner:Momentan sind wir 14 Mitglieder in Laubach. Gegründet wurde "Parents for Future" allerdings bereits im Februar in Nordrhein-Westfalen und ist inzwischen eine deutschlandweite Organisation.

Sprechen Sie nur Eltern von Schülern an?

Kirchner:Nein, jeder kann mitmachen. Wir richten uns an alle Erwachsenen, die sich für das Klima einsetzen und den streikenden Schülern ihre Solidarität zeigen wollen.

Nun sind Demos das eine. Haben Sie denn Ihr Verhalten im Alltag in den vergangenen Monaten auch verändert?

Kirchner:Ja, wir versuchen unser Leben klimafreundlicher zu gestalten. Wir kaufen generell weniger Plastik und mehr Glas. So sind wir beispielsweise von Wasser aus Plastik- auf Wasser aus Glasflaschen und schließlich auf Leitungswasser umgestiegen. Auch bei unseren anderen Einkäufen handeln wir bewusster. Wir kaufen so gut es geht regional, saisonal und beim Bauern einzukaufen. Die Eier, die wir essen, werden von Hühnern gelegt, die ich von meinem Küchenfenster aus sehen kann. Natürlich benutze ich auch keine Plastiktüten mehr beim Einkaufen, sondern die Netze, die man überall bekommt. Aber auch abgesehen von den Lebensmitteln achten wir mehr auf unseren Verbrauch. Wir haben zum Beispiel angefangen, viele Sachen gebraucht zu kaufen oder Dinge, die kaputt sind, zumindest versucht zu reparieren, anstatt sie wegzuschmeißen und zu ersetzen.

Die Demonstration von "Parents for Future" beginnt am heutigen Freitag um 15.30 Uhr auf dem Marktplatz in Laubach.

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