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Am ersten Abend flimmert »Die Stimme des Regenwaldes« über die Großbildleinwand.

Endlich Filme unter freiem Himmel

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Laubach (dis). Nachdem die Open-Air-Kino-Tage in Laubach im vergangenen Jahr coronabedingt ausgefallen waren, konnten die Filmfreunde am vergangenen Wochenende an drei Tagen wieder Kinofilme im Freien genießen.

Markus Stiehl, Geschäftsführer der gemeinnützigen Laubacher Kultur und Bäder GmbH, freute sich ebenfalls darüber und dankte dem gräflichen Haus für die Zurverfügungstellung des Schlosshofes für dieses Event. Beteiligt war erneut das Kino Traumstern aus Lich in enger Kooperation mit dem Kinosommer Hessen und mithilfe des Programms »Ins Freie« des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst.

Bürgermeister Matthias Meyer drückte seine Freude darüber aus, dass die Veranstaltung in diesem Jahr wieder an den Start gehen konnte. Die Bewirtung an allen drei Tagen hat die Prinzengarde des TSV Freienseen übernommen.

Vor den Filmen gab es immer ein musikalisches Vorprogramm, und es wurden von hessischen Filmhochschulen produzierte Kurzfilme gezeigt. Zum Auftakt wurde am Freitag der Film »Die Stimme des Regenwaldes« mit den Darstellern Sven Schelker und Elizabeth Ballang gezeigt. Der Schweizer Staatsbürger Bruno Manser brach in den 1980er Jahren zu einer Reise auf, die ihn zu einem der letzten Urwald-Nomadenvölker in Malaysia führte. Dort lebte er mit einem indigenen Stamm jenseits jeglicher Zivilisation einige Jahre lang, geriet dann aber in Konflikt mit dem nur auf Gewinn strebenden Land, was ihn letztlich das Leben kostete. In eindrucksvollen Bildern erzählt Regisseur Niklaus Hilber von Mansers Leben und Kampf.

Vor dem Film trat das »Bepler & Mayer Jazzduo« mit dem Gitarristen Burkhard Mayer und der Sängerin Sigrun Bepler auf, die seit einigen Jahren im Duo sowie auch mit ihrer Band »The Call« (Burkhard Mayer Bluesband) unterwegs sind.

Am Samstag wurde »Eine Frau mit berauschenden Talenten« gezeigt, in der Patience Portefeux, eine französisch-arabische Gerichtsdolmetscherin, mit der Polizei am Abhören von Telefonaten arbeitet. Als die unterbezahlte Beamtin feststellt, dass sie die Mutter eines Dealers kennt, beschließt sie, ihn zu beschützen und steigt selbst ins illegale Drogengeschäft ein. Der Film ist eine schillernde, bunte Komödie mit Isabelle Huppert in der Hauptrolle. Im Vorprogramm spielte die »Jazz Session Band«. Diese junge Jazzformation um den Saxofonisten Pascal Fritsch hat sich in Gießen etabliert und wartete mit junger Jazzmusik auf.

Am Sonntag wurde zum Abschluss in einem Preview mit »Der Rausch« ein oscarprämierter Film gezeigt. Martin (Mads Mikkelsen), früher Lehrer aus Leidenschaft, beschließt mit seinen drei Lehrerkollegen am selben Gymnasium, nach der Theorie eines norwegischen Philosophen, dass man nur bei einem erhöhten Alkoholgehalt im Blut zur Bestleistung fähig sei, diesbezüglich einen Selbsttest zu machen, um wieder mehr Freude am Leben zu gewinnen. Die Wirkung lässt nicht lange auf sich warten.

Das Wetter spielt mit

Vor dem Film ließen »The Small Easy« das New Orleans der Jahre 1900 bis 1950 musikalisch wieder lebendig werden. Die Band spielte Songs von Jelly Roll Morton, Clarence Williams und anderen auf eine authentische Art, die den alten Originalen verpflichtet ist.

An allen drei Tagen präsentierte sich das Wetter nicht als Spielverderber und das Event wurde von rund 350 Besuchern frequentiert. Vielleicht wären mehr gekommen, doch von Veranstalterseite wurde auf die noch bestehenden Unsicherheiten unter den Menschen nach dem langen Lockdown hingewiesen.

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