Geschlossen, zunächst wegen der Pandemie: der Jugendtreff "Roof Club". FOTO: TB
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Geschlossen, zunächst wegen der Pandemie: der Jugendtreff "Roof Club". FOTO: TB

Für einen Neustart in der Jugendpflege

  • Thomas Brückner
    vonThomas Brückner
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Laubach(tb). Im März 2016 trat Jochen Bantz - im Jahr zuvor über die Verpachtung des von ihm geleiteten Jugendgästehauses an den Verein "Toko Live" nach Oberhessen gekommen - seinen Dienst als Sozialkoordinator der Stadt an. Sein Auftrag: Flüchtlings- und Jugendarbeit. Somit hatten auch Laubachs Teenager wieder einen Ansprechpartner.

Der schwierige Aufbau eines neuen Treffs mit Namen "Roof-Club" war für Bantz Schwerpunkt der ersten Monate. Nicht das Engagement der jungen Besucher war das Problem, sondern das Gebäude am alten Minigolfplatz (Asbestbelastung). Für gut 60 000 Euro, zum Großteil vom Land bezuschusst (IKEK), mit viel Eigenleistung und noch mehr Spenden wurde die Sanierung gestemmt, der Club schließlich eröffnet.

Am 1. Februar 2020 aber kündigte Bantz seinen Dienst, endete die Kooperation mit "TokoLive". Somit war aufs Neue Schluss mit Jugendarbeit - zumindest mit der nicht vereinsgebundenen. Schon wieder, muss man sagen, denn mehr als einmal bereits war die Stelle vakant gewesen.

Nicht hinnehmen möchte das Laubachs SPD. Ihr Antrag, bereits im Frühjahr gestellt, zielt aber nicht nur aufs Ende der Vakanz ab, vielmehr soll die Stelle nicht mehr an einen Träger delegiert werden. SPD-Fraktionschef Hartmut Roes-chen: "Ein städtischer Angestellter ist von Magistrat bzw. Verwaltung besser ›händelbar‹ als ein Freischaffender, der einmal im Jahr Rechenschaft abgibt." Für Roeschen geht es somit auch um den Einfluss der Stadtverordnetenversammlung bzw. des Fachausschusses. Dass es auch in Laubach Bedarf für Jugendarbeit gebe, erst recht in der Kernstadt, wo keine Jugendzentren in Selbstverwaltung bestünden, betonte er gegenüber der GAZ. Und kritisierte: "Seit Februar herrscht Stillstand." Wobei er auch den "Roof-Club" mit einbezog. Tatsächlich ist der - wie alle Jugendräume - wegen der Pandemie geschlossen. Jochen Bantz zeigte sich gestern auf Anfrage aber sicher: "Das Team aus Jugendlichen besteht noch, sobald ein neuer Jugendpfleger, bestenfalls wieder in Kombination mit Sozialarbeit, eingestellt ist, geht es weiter." Immer vorausgesetzt, Corona lässt es zu, muss man da anfügen

"Wir wollten die Stelle bereits wieder über einen Fachdienstleister ausschreiben. Wegen des Antrags aber mussten wir zunächst warten, was das Parlament will", erklärte am späten Nachmittag Bürgermeister Klug. Mit Dienstleistern habe man gute Erfahrungen gemacht, im Übrigen sehe die Organisationsstruktur von Laubachs Verwaltung (keine Kita-Trägerschaft) bislang keine pädagogischen Mitarbeiter vor.

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