Puppenstubenmuseum

Was eine Prinzessin als Kind faszinierte

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Sonntag ist Museumstag, als "Appetitmacher" stellen wir ein Museum vor, das die Puppenstuben von Monika Prinzessin zu Hannover zeigt. Weitere Tipps gibt’s "on top".

Warum nicht mal im Museum auf Schatzsuche gehen? Schon gar am Internationalen Museumstag. Im Landkreis Gießen gibt es einige Ziele, die einen Familienausflug wert sind. Das Puppenstubenmuseum in Laubach gehört dazu, beherbergt es doch viele kleine Schätze.

Schon ein erster Blick ins Gästebuch spricht Bände: "Völlig überwältigt von der detailgetreuen Ausführung", hat eine Besucherin hineingeschrieben. "Eine wunderschöne Reise in die Vergangenheit", heißt es an anderer Stelle. "Man gerät richtig ins Schwärmen", "dieses Museum beeindruckt, besonders die handwerklichen Leistungen".

Die Einträge spielen auf die vielen kleinen Dinge an, die der Besucher in den Puppenstuben entdecken kann. Ein Verdienst von Prinzessin Monika zu Hannover geb. Gräfin zu Solms-Laubach (1929-2015).

Zeit ihres Lebens hatte sie die kleinen Schätze gesammelt, nicht selten war sie Flohmärkten fündig geworden. Den Weg ins Museum gefunden haben 80 der kleinen Welten mit rund 400 Puppen und 150 Tieren.

Puppenstuben zwischen 1820 und 1920 Nun, fast sechs Jahre nach der Eröffnung im Oktober 2011, sind Stiftung und Förderer sehr zufrieden. "Die Eintrittskarten sind durchnummeriert, der nächste Besucher erhält die Nummer 15 684. Auch bei Kindern sind schon über 1000 Karten verkauft", berichtet Christine Böhler, 2. Vorsitzende des Fördervereins, während sie für die nächsten Besucher Audioguides hervorholt. Sie führen durchs Museum, berichten 45 Minuten lang von Puppenstuben und -küchen, Kaufläden, Stilepochen und der Stifterin.

Die Puppenstuben stammen alle aus der Zeit zwischen 1820 und 1920. Gerade wenn man sich auf die Details konzentriere, sagt Böhler, gebe es viel zu erleben und entdecken. Winzige Gänse in der Küche etwa. Oder Geräte zum Dörren und Einmachen – schließlich sollten die Küchen en miniature Mädchen auf die spätere Hausarbeit vorbereiten. Mit den Kaufläden hingegen lernten Jungen und Mädchen gleichermaßen rechnen und zählen, messen und wiegen, und die Umgangsformen im Geschäftsleben. Ein Spiegel der Zeit

"Prunkvoll und repräsentativ waren die Einrichtungen zur Gründerzeit", erfährt der Besucher vom Audioguide. Und: Puppenstuben seien zwar ein Spiegel ihrer Zeit, aber selten einer einzigen Stilepoche zuzuschreiben. Manches wurde ausgetauscht, manches erneuert. Meist haben versierte Schreiner die Puppenstuben angefertigt – "oder Väter".

Monika von Hannover hatte schon früh die Dinge gehütet, die ihr lieb waren, erfährt man beim weiteren Rundgang. Nach der Ausbildung zur Buchbinderin hatte sie die "Bücherstube" in Laubach übernommen. 1981 dann heiratete sie Prinz Ernst-August von Hannover, zog nach Kaltenberg und ging ihrer Sammelleidenschaft weiter nach. Mit manchen Exponaten, klar auch Kitsch ist dabei, haben schon Monikas Eltern der Prinzessin gespielt. Von Generation zu Generation wurden die Schätze weitergereicht. Mit einigen, besonders wertvollen aber durften die Kinder nur selten spielen, machen dienten reinen Repräsentationszwecken.

Stolz ist der Verein, der übrigens weitere Helfer sucht, auf das bisher Geleistete. Und mit einem letzten Blick aufs Gästebuch sagt Böhler: "Die Kommentare, die die Besucher hineinschreiben, zeigen, wie schön die Ausstellung geworden ist." (nab/Fotos: nab) Am 21. Mai ist Internationaler Museumstag, Motto: "Spurensuche. Mut zur Verantwortung!" In Hessen laden mehr als 200 Häuser zum Besuch, auch im Gießener Land. Eintritt frei. Nachfolgend eine Auswahl.

Info

Am Sonntag ins Museum

Biebertal – Fellingshausen: Keltengehöft, 10 - 17 Uhr. – Rodheim-Bieber: Gail’scher Park (Weinherstellung), 12 - 17 Uhr. – Heimatmuseum Rodheim (Biebertaler Backhäuser), 12 - 17 Uhr. – Archäologie-Museum (Funde am Dünsberg), 14 - 16 Uhr. – Hof Haina (Textilherstellung, u.a. Färben mit Naturmaterialien), 12 - 17 Uhr. Grünberg – Museum im Spital, "Textile Kostbarkeiten aus Indien", 14 bis 18 Uhr (Sari, Turban und Tatoos an- und ausprobieren,) ab 14 Uhr. – "Bollywood in Grünberg", indische Schüler tanzen, 15 Uhr. – Bandawars/Glückssymbol für Häuser und Wohnungen gestalten, 14 bis 18 Uhr. Heuchelheim – Kamera-Museum, 10 - 16 Uhr. – Kinzenbach: Heimatmuseum, Museumsfest ("Aus früherer Zeit" und Erzählcafé), 11 bis 17 Uhr. Langgöns – Niederkleen: Heimatmuseum, Saisonstart, 15 Uhr. Lahnau – Waldgirmes: Heimatmuseum, geöfnet 11 bis 18 Uhr. Laubach – Fridericianum, 14.30 - 16.30 Uhr ("Reformation in Laubach"/ "200 Jahre Fahrrad"). – Puppenstubenmuseum, geöffnet 11 bis 17 Uhr. Pohlheim – Watzenborn-Steinberg: Stadtmuseum, "Luther, die Reformation und die Folgen", Eröffnung, Vortrag: "Christlicher Glaube in unserer Heimat" von W. Damasky und "Auswirkungen der Reformation in der Region" von Pfr. Marisa Mann, 15 Uhr. Reiskirchen – Oberdorfstr., Frühlingsfest der Heimatkundler, mit Lebbe Ridda & Co. und Mandolinenclub Weickartshain, 14 Uhr. Wettenberg – Krofdorf-Gleiberg: Heimatmuseum geöffnet ab 14 Uhr (Konzert mit der Gruppe "Brummtopf", 15 Uhr; Vortrag: "Waldarbeit im Krofdorfer Forst" von Ralf Jäckel, 16 Uhr). – Wißmar: Holz- und Technikmuseum, 11 - 17 Uhr.

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