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Der Schießstand wurde komplett erneuert und präsentiert sich nun hell und offen.

»Ein Juwel von Schießstand«

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Laubach (pm). Der Schützenverein Ruppertsburg 1957 hat im August vergangenen Jahres mit dem Umbau des Kurzwaffenstandes begonnen. Jetzt ist er behördlich abgenommen als Zwischendistanz-Schießstand für Kurz- und Langwaffen und für eine maximale Geschossenergie von 7000 Joule, berichtet der Vorsitzende Markus Stiehl.

Im Laufe der Umbauarbeiten wurden der alte Estrich abgestemmt, der Boden ausgekoffert und die Fundamente punktweise stabilisiert. Anschließend wurde ein Porenleicht-Estrich durch eine Spezial-Firma eingebracht, der Bodenaufbau mit Dichtbahn, Trittschalldämmung und OSB-Platten vollendet. An der Decke wurden die bisherigen Blenden entfernt, um einem neuen Aufbau zu weichen: Wie an den Wänden wurde eine Holz-Ständer-Konstruktion aufgestellt, auf der die speziellen Holz-Komposit-Platten befestigt wurden. Unterfüttert mit sehr dichter Steinwolle dienen die Platten dazu, Projektile aufzunehmen und nicht abprallen zu lassen - und möglicherweise die Schützen zu gefährden.

Mit dem jetzigen Aufbau ist der Schießbetrieb nun auch mit Zwischendistanzen - also etwa von fünf, zehn, fünfzehn oder zwanzig Metern - möglich und nicht nur von der 25-Meter-Distanz, wie vorher. Dies ermöglicht das Training vieler Disziplinen, die für die Schützen besonders attraktiv sind und erweitert das Spektrum der Trainingsmöglichkeiten ganz erheblich. Dazu sind ab sofort auch Langwaffen auf dem Schießstand erlaubt.

Gebäude verlängert

Der Umbau umfasste aber noch viel mehr: So wurde eine neue Lüftungsanlage installiert. Wo es früher nur eine Zuluft-Anlage gegeben hatte, wurde jetzt eine Zuluft-Anlage im vorderen Teil des Schießstands installiert und eine Abluft-Anlage über dem Geschossfang. »Mit der neuen Anlage erreichen und übertreffen wir die behördlich geforderten Werte des Luftaustauschs, sodass wir guten Gewissens unseren Sport ausüben können, ohne unsere Gesundheit durch schädliche Abgase zu gefährden«, so der Vorsitzende. Die Zu- und Abluftanlage hat einen großen Teil der Gesamtkosten der etwa 135 000 Euro ausgemacht.

Um die Geschossenergie auf die gewünschten 7000 Joule Maximalbelastung zu bringen, wurde der alte Geschossfang aus Stahl und gegen einen Sandgeschossfang ausgetauscht, was die Verlängerung des Gebäudes notwendig machte. Also wurde die hintere Mauer des bisherigen Schießstands abgebrochen, das Gelände hinter dem Gebäude ausgebaggert. Nachdem die Bodenplatte gegossen war, konnte mit dem Einschalen für eine stabile Betonwand begonnen werden, die durch einen angrenzenden steilen Hang notwendig war.

»Wir sind unendlich stolz auf das, was wir als ein kleiner Verein mit 160 Mitgliedern auf die Reihe gebracht haben«, sagte Stiehl. Neben vielen Sponsoren hätten das die Mitglieder mit insgesamt knapp 2500 Arbeitsstunden ermöglicht, zudem hätten sie Werkzeug und Wissen zur Verfügung gestellt. »Es ist ein Gemeinschaftswerk, und jetzt können wir auf ein Juwel von Schießstand schauen, das für die nächsten Jahre optimal umgestaltet wurde«, sagte Stiehl.

Im Rahmen eines »Tages der offenen Tür« sind am Sonntag, 12. September, ab 10 Uhr alle eingeladen, sich vor Ort zu informieren, selber zu schießen oder einfach nur bei gekühlten Getränken und leckerer Bratwurst einen schönen Sonntag zu verbringen.

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