Ein Dorf erzählt

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Laubach(pm). In den Hügeln des Vogelsbergs versteckt sich ein kleines "gallisches Dorf": In Freienseen hat man noch Träume. Hier fahren noch Trecker und blöken die Schafe, es gibt eine Dorfschule und seit einiger Zeit wieder einen Laden: "Wo man geboren ist, soll man auch gut sterben können", davon ist Ulf Häbel, der ehemalige Dorfpfarrer, überzeugt. Unter dem Motto "Ein Dorf erzählt" hat die Autorin Ina Werse-Wiskott ein Hörspiel für den Hessischen Rundfunk verfasst. Dessen Uraufführung findet am Freitag, dem 6. Dezember, um 18 Uhr statt - exklusiv in Freienseen.

Was den Einwohnern Mut macht

Seit Jahren ist Ulf Häbel - wie in der Gießener Allgemeinen Zeitung mehrfach ausführlich berichtet - der "gute Hirte" des soziokulturellen Projekts "Dorfschmiede Freienseen". Er arbeitet ehrenamtlich und unermüdlich mit den Bewohnern gegen den demografischen Wandel und für die Zukunft, für das gelungene Altwerden in ihrem Dorf, das zwar seit 1972 zu Laubach gehört, sich aber große Eigenständigkeit bewahrt hat. In der Dorfschmiede laufen alle Fäden zusammen: Unter einem Dach gibt es hier den Dorfladen, die Tagespflege, Wohnungen für Senioren, hausärztliche Versorgung und viele Freizeitangebote - von der Kultur-AG bis zur Sitztanzgruppe.

Die Frankfurter Hörspielautorin und Musikerin Werse-Wiskott hat die Freienseener im Sommer und Herbst 2019 im Rahmen des von HR2 Kultur und dem Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst ins Leben gerufenen Projekts "Literaturland Hessen: Raus aufs Land" immer wieder besucht. In vielen Gesprächen hat sie herausgefunden, was den 800 Einwohnern Mut macht, wie sie ihr Dorfleben im Inneren zusammenhalten und welche Hoffnungen sie haben. Ihre Hörcollage bringt viele Stimmen und Klänge des Dorfes zusammen.

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