Dieselfahrverbot "dank" Gemeindepfarrer

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Es ging ums Geld aus der Kirchenkasse, um weinende Frauen wegen der Priesterweihe, um Heiligabend beim Laubacher Metzger und um das Dieselfahrverbot: Beim jeweils dreistündigen Kirchenfasching der katholischen Pfarrgemeinde Sankt Elisabeth am Samstagabend und Sonntagnachmittag streiften die Akteure auf der Bühne des Gemeindezentrums eine Menge Themen. Gesang, Büttenrede, Tanz, Sketch: Den 150 Besuchern gefiel das Programm unter der bewährten Moderation von Kirchenrechner Roland Ahlke bestens.

Es ging ums Geld aus der Kirchenkasse, um weinende Frauen wegen der Priesterweihe, um Heiligabend beim Laubacher Metzger und um das Dieselfahrverbot: Beim jeweils dreistündigen Kirchenfasching der katholischen Pfarrgemeinde Sankt Elisabeth am Samstagabend und Sonntagnachmittag streiften die Akteure auf der Bühne des Gemeindezentrums eine Menge Themen. Gesang, Büttenrede, Tanz, Sketch: Den 150 Besuchern gefiel das Programm unter der bewährten Moderation von Kirchenrechner Roland Ahlke bestens.

Ahlke hatte das Programm mit Christina Sciancalepore im Duett eröffnet und brachte mit dem Hit "Warum hast Du nicht ›nein‹ gesagt?" Stimmung in den von Marion und Matthias Schwalb geschmückten Saal. Nachdem sich alle Dieselbesitzer im Saal outen mussten, kündigte Ahlke das für Laubach per Gericht kürzlich durch ihn als einzigem örtlichen Mitglied der Deutschen Umwelthilfe durchgesetzte Dieselfahrverbot für die Gerhart-Hauptmann-Straße an, in der die katholische Kirche und das Pfarrhaus stehen. Als Schuldigen des Fahrverbots machte er Pfarrer Clemens Matthias Wunderle aus, der als "Hauptluftverpester" mit seinem Diesel ständig zu 42 Ortschaften der Großpfarrei Grünberg-Laubach unterwegs sei. Was ein Lehrer erlebt, der seine Schreibmaschine ("das F klemmt") zur Reparatur in einen Computerladen bringt, stellten Bernd Schwarz und Robert Pietryga dar.

Fester Programmpunkt des katholischen Kirchenfaschings ist seit Jahren die Gesangseinlage von Peter Klug. Diesmal trat der Bürgermeister – verkleidet als Frauenarzt – mit seinem früheren Stellvertreter im (städtischen) Amt, Hans-Georg Teubner-Damster, ans Mikrofon. Sie heizten den Saal mit umgedichteten Texten zu bekannten Liedern ein. "Der Tag, als Clemens Pfarrer ward" erinnerte nach der Melodie von Juliane Werding an Priesterweihe, Glockenklänge und Wehklagen der Frauen, die ihren Schwarm für immer vergessen konnten.

Tanzende Männer trumpfen auf

Caroline Beierle, Max Mückstein, Luna-Sophie Reitz und Robert Pietryga ließen am Samstag bei völliger Dunkelheit im Saal ihre Körper in Kostümen im Glanz von Schwarzlicht und zu fetziger Musik erscheinen. Am Sonntag erfreuten Stefanie Schwalb und Luise Arnold mit kuriosen Geschichten aus dem Leben einer Gemeindereferentin. Während Schwalb diese Position in einer Gemeinde in der Wetterau ausübt, hat dieses Amt in Laubach Tanja Mohr inne. Was sie beim Karneval in Rio erlebte, gab die Stimmungskanone mit einmaliger Gestik und Körpersprache in der Bütt’ zum Besten.

Die "Drei alten Schachteln" Britta Schwarz, Anita Schwab und Tina Kester erzählten von ihren Erlebnissen beim Heiligabend-Einkauf in der Laubacher Metzgerei Kilbassa und den Allüren einer Pelzmantel-umhüllten Kundin aus der Großstadt. Marion Schwalb stimmte als Stewardess die "Passagiere" im Saal zu Beginn des Auftritts des Damenballetts auf die Risiken eines Gottesdienstbesuchs ein und erklärte, wie man denselben am besten begegnen sollte, bevor sie zusammen mit Magdalene Ahlke, Sabine Straka, Christina Sciancalepore, Rosi Walter und Jaqueline Glaßl zu Dr. Albans Hit "Sing Halleluja" das Gemeindezentrum rockte.

Den krönenden Abschluss des Programms bildete das Männerballett, dessen Protagonisten zunächst für höhere Löhne für die Messdiener, ein eigenes Segelkirchenschiff für die Jugendfreizeit und den Bau eines Parkhauses demonstrierten. Als der Pfarrer den Wünschen schon fast nachgegeben hatte, mischte sich wutschnaubend Kirchenrechner Ahlke (im Dollar-Noten-Anzug) ein und machte den teuren Wünschen einen dicken Strich durch die Rechnung. Dass man in der Gemeindekasse eben kein "Money, Money, Money" habe, machte er nach musikalischem Vorbild von ABBA mit seinen Mittänzern Florian Studnitz, Max Mückstein, Bernd Schwarz, Raphael Leja, Lukas Sames, Robert Pietryga, Andreas Beierle und Pfarrer Wunderle jedem im Saal klar. Mit einem Riesenapplaus – auch fürs Einstudieren an Caroline Beierle – und einem großen Finale aller Teilnehmer endeten die beiden Faschingssitzungen von Sankt Elisabeth. (Fotos: dun)

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