Dürfen vorerst bleiben, aber nicht weiter wachsen: Erdaushubhügel im Gewerbegebiet. FOTO: TB
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Dürfen vorerst bleiben, aber nicht weiter wachsen: Erdaushubhügel im Gewerbegebiet. FOTO: TB

Diese Hügel wachsen vorerst nicht weiter

  • Thomas Brückner
    vonThomas Brückner
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Laubach(tb). Ein Grünen- Antrag auf Beseitigung der Erdablagerung im Gewerbegebiet "Geisenwiese" ist im Geschäftsgang, wird die Ausschüsse am Montag beschäftigen. Sozusagen dazwischengegrätscht ist nun der Kreis: Die Bauaufsicht hat am Mittwochmittag bei der Stadt angeklingelt und einen Baustopp erteilt. Die einige Meter hohen Hügel neben der Philipp-Reis-Straße - aufgeschüttet mit Bodenaushub von zwei Baustellen im Gewerbegebiet selbst - dürfen nicht weiter wachsen. Laut städtischem Bauamt aber müssen sie fürs Erste auch nicht beseitigt werden.

Kreis: Zweifel an Zwischenlagerung

Wie auf GAZ-Nachfrage aus dem Kreishaus verlautete, bedürfe ein vorübergehendes Erdzwischenlager keiner Baugenehmigung. "Da nun aber Informationen über eine womöglich darüber hinausgehende Nutzung des Bodenaushubs bzw. dessen Verbleib auf dem Grundstück vorliegen", habe man einen Baustopp ausgesprochen. Ein klärendes Gespräch sei terminiert.

Zum Hintergrund: Mit der jüngst begonnenen Bebauung zweier Grundstücke unterhalb der Landesstraße ist Laubachs Gewerbegebiet sozusagen ausgebucht. Wie berichtet, plant die Stadt eine Erweiterung unterhalb der Philipp-Reis-Straße; die Fläche dort ist als Gewerbegebiet bereits genehmigt. Das Problem aber ist die Topografie: Das Gelände fällt stark zur Wetter hin ab.

Über einen Streifen von rund 20 000 qm hatten Stadt und ein Recyclingunternehmen im Vorjahr schon mal einen Vorvertrag abgeschlossen. Der Betrieb, so Bürgermeister Peter Klug, habe das Gelände terrassenförmig erschließen wollen - "nur hat er nicht gezahlt." Die Stadt trat daher vom Verkauf zurück, erwog nun, selbst die Auffüllung zu betreiben. Um so Erlöse zu erzielen (auf Erddeponien werden 15 bis 25 Euro/cbm verlangt, die Red.) und den Betrieben ein teures Pumpen der Abwässer zu ersparen.

Die ersten rund 2000 Kubikmeter Aushub besagter Baustellen wurden jüngst abge- laden - und zum Gegenstand kommunalpolitischen Streits.

Begründet mit Zweifeln an Rechtmäßigkeit der Ablagerung und möglicher Belastung der Erde haben die Grünen eine Antrag eingebracht, der auf die Beseitigung des Materials abzielt. Samt Information über Bodengutachten und bisher erzielte Einnahmen. Dass die mit der Erschließung beauftragte HLG "jeden Unsinn mitmacht, wenn sie ihn nicht bezahlen muss", sich die Sache ob der immensen Auflagen nicht rechnen könne, ist für Grünen-Sprecher Michael Köhler klar. Entsprechend äußerte er sich jüngst im Fachausschuss. Und: "Das sieht nicht nach Zwischenlagerung aus. Mein Gefühl ist: Da passiert was Illegales."

Klug: Klare Vereinbarung

Anders Klug: Wie er betonte, habe er den Unternehmern nur eine Zwischenlagerung erlaubt. Nicht zuletzt, um ihnen - gerade in Corona-Zeiten - weite Weg zur Deponie zu ersparen. Klargestellt habe er überdies: Sofern der Kreis die Genehmigung versagen würde, müssten sie den Aushub auf eigene Kosten beseitigen (im Herbst gestellt, ist der Antrag noch nicht beschieden, auch der RP involviert, die Red.). Überdies werde auch bei Eingang eines positiven Bescheids noch kein Lkw rollen, werde erst ermittelt, was es die Stadt kosten würde.

Thomas Köhler, einer der Bauherren, bestätigte gegenüber der GAZ die Vereinbarung mit der Stadt. Und verwies noch auf das Gutachten zur Beprobung des Erdaushubs aus der "Geisenwiese": "Mit Z1 völlig unbedenklich."

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