Defizit dürfte weiter wachsen

  • Thomas Brückner
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Grünberg(tb). Die Prognosen von Hessen Forst bieten weiterhin keinen Anlass zur Freude: Laut Waldwirtschaftsplan fährt der Stadtwald im neuen Jahr wieder ein sattes Minus ein. 123 000 Euro sollen es am Ende sein. Ob’s dabei bleibt? Nicht zuletzt Grünbergs Forst- und Finanzexperten äußern Zweifel.

Spätestens seit Mitte dieser Dekade ist auch in Grünberg der Abwärtstrend zu beobachten. 2017 etwa fuhr der Kommunalwald am Ende 125 000 Euro Miese ein, das Jahr darauf gar 150 000 Euro. Für das vergangene Jahr liegen noch nicht alle Daten vor, die Verwaltung hofft auch diesmal darauf, dass noch Einnahmen aus Holzverkäufen verspätet eintrudeln.

Die Ursachen der Malaise sind bekannt und allgemeingültig: Auch Grünbergs knapp 800 Hektar Stadtwald leidet unter den Folgen der trockenen Sommer, unter Käferfraß, unter dem Preisverfall ob des Überangebotes auf dem Holzmarkt.

Pflegenutzungen "längst überfällig"

Vom Hessischen Forstamt Wettenberg prognostiziert wird für 2020 erwähntes Minus von 123 000 Euro. Doch sind darin eben noch nicht die "neuen" Ausgaben für den neuen Dienstleister Holzvermarktung Mittelhessen sowie anteilige Personalkosten enthalten. Daher die Zweifel.

Sozusagen als "forstaffinste" Fraktion der Ostkreiskommune gaben sich zuletzt die Liberalen. Über die Stadtverwaltung adressierten sie einen (kritischen) Fragenkatalog an Hessen Forst. Ob der von 4310 auf 7024 Festmeter (Vergleich 2018/2020) erhöhten Holzernte ohne entsprechenden Zuwachs trieb die FDP vor allem die Frage einer "Übernutzung" um. Wie es in dem Antwortschreiben des Forstamtes dazu heißt, seien die aktuellen Einschläge in der Endnutzung den Dürreschäden geschuldet. "Längst überfällig" seien die hinzukommenden "Pflegenutzungen"; Ziel seien dabei Auswahl und Erhalt wertvoller "Zukunftsbäume" beziehungsweise hochwertiger Sortimente. Dass Fichtenbestände ausschließlich bei Trockenschäden beseitigt würden, wird nochmals betont. Verbunden mit dem Nachsatz "soweit sie auch vermarktbar sind".

Zudem, so Hessen Forst abschließend, habe man neben der Borkenkäfer-Bekämpfung auch die Pflicht zur Verkehrssicherung zu beachten.

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