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Stehen für "Blues made in Bavaria": die Musiker der Band "Muddy What".

Bluesfestival mit "noch mehr Qualität"

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Freunde des Genres wissen es längst: Ende August kommt der Blues nach Laubach. Freilich bietet "Blues, Schmus und Apfelmus" mehr als "nur" Musik, diesmal von immerhin 30 Bands. Erwähnt seien hier Bauernmarkt, Oldtimerschau und Blues-Gottesdienst. Nicht zu vergessen das vielfältig-attraktive Angebot für die lieben Kleinen.

Von Freitag, 23., bis Sonntag, 25. August, werden sich gleich mehrere "Schwergewichte" der deutschen Bluesszene, aber auch Newcomer im idyllischen Schlosspark Laubach ein Stelldichein geben. Nicht weniger als 70 Musiker werden auf den vier Bühnen spielen, rechnet man die drei Workshops für Gitarre, Ukulele und "Cigar Box Guitar" ein.

Im Vorjahr hatten die städtische Laubacher Kultur und Bäder GmbH (LKB) als Veranstalter sowie Peter Turczak, von Beginn an künstlerischer Leiter, bewusst aufs Bewahren der Laubacher Festival-Tradition gesetzt. Zu Recht, angesichts des 25-jährigen Jubiläums. Heuer jedoch will man die notwendige, doch behutsame Weiterentwicklung in den Fokus rücken.

"Wir haben noch etwas an der Schraube gedreht", formulierte dies gestern Turczak, als er gemeinsam mit seiner Partnerin Corinna Bonnekamp (Kulturconsult), Laubachs Kulturdezernentin Christine Diepolder sowie Markus Stiehl und Regina Keil (LKB) das Programm vorstellte.

Vorfreude bei Veranstaltern und Sponsoren auf das 26. Bluesfestival Laubach.

Was der Festivalimpresario mit dem Dreh an der Schraube meint: Zum Ersten "noch mehr hochwertige, international bekannte Gruppen". Dafür steht etwa die Band von Georg Schroeter und Marc Breitfelder, die beim weltweit bedeutendsten Wettbewerb des Genres, der "International Blues Challenge" in Memphis (USA) mit dem ersten Platz in der Kategorie Solo/Duo geadelt wurden. Turczak: "Ohne einen Sponsor hätten wir die nicht gekriegt."

Beiträge zur behutsamen Weiterentwicklung sehen die Veranstalter auch im Engagement neuer Gruppen, die sich bislang "nur" hierzulande einen guten Namen erspielt haben. Noch, denn wie Bonnekamp betonte: "Es gibt nicht nur einen Bluesmusiker, der in Laubach entdeckt worden ist und eine große Karriere gestartet hat." Das 1994 gegründete Festival habe sich in der Szene längst als Plattform etabliert. Turczak sprach von einer "Kulturbörse".

Vielfalt der Stile

Zu der hat er diesmal speziell Combos wie jene von Jim Panse verpflichtet. Dessen Band steht für einen hochkarätigen Mix aus Rock, Soul, Fusion sowie R & B, ausgefeilt und zugleich witzig arrangiert. Jim Panse wie auch die "transnationale Bande" von Andi Valandi, er bereits zum dritten Mal in Laubach, sollen ein neues, jüngeres Publikum ansprechen.

Nur der Vollständigkeit halber: Auch bei der 26. Auflage ist Mundart fester Bestandteil des Line-up. "De fidele Owwerhess" (Jochen Rudolph) oder die Blueskapelle Marburg stehen dafür.

Auch das ein Beleg für die Vielfalt der Stile und gewiss ein wesentlicher Aspekt des Erfolgs von "Blues, Schmus und Apfelmus". Der Meister an der Bluesharp oder der Boogie-Woogie-Virtuose gesellt sich da zu Bands, die sich dem harten Blues-Rock weißer US-Musiker oder dem Rhythm & Blues Chicagos verschrieben haben. Während eine Bühne weiter auf Akustikinstrumenten wie Dobro und Mandoline die Nähe zum Blues der 1920er, zur Volksmusik der Schwarzen gepflegt wird. Zwar nicht so alt, aber doch schon gute Tradition ist das Konzert des Blues Chor Laubach. Am Samstag, 18 Uhr, wird er in der Stadtkirche zum 20-Jährigen ein Best-of präsentieren. Ebenso der Apfelweinanstich wenig später, bei dem sich diesmal die Hungener Kürbiskönigin die Ehre gibt, er gehört auch diesmal zu den Highlights des Festivals.

"Das ist durchaus auch ein touristisches Schwergewicht", unterstrich Markus Stiehl. Könnte man Laubachs Fremdenbetten "drei- bis viermal vollmachen." Da dies freilich nur schwer möglich ist, weicht man auf die Umgebung aus. Was die Vermittlung von Musikern wie Gästen diesmal extra schwer macht: Am gleichen Wochenende, nur knapp 15 Kilometer entfernt, treten die "Amigos" auf. Das jedoch hat mit Blues nur ganz wenig zu tun.

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Weitere Infos zu Preisen (Tagesticket 12, drei Tage 21 Euro) und Programm im Netz unter www.bluessschmusapfelmus.de

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