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»Bleibe Altenhain und Sellnrod verbunden«

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Von: Jutta Schuett-Frank

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Pfarrerin Ingrid Volkhardt-Sandori geht mit dem Jahreswechsel in den Ruhestand. © Jutta Schuett-Frank

Laubach/Mücke (sf). An Silvester wird Pfarrerin Ingrid Volkhardt-Sandori in Laubach-Altenhain und Mücke-Sellnrod ihren letzten offiziellen Gottesdienst halten. Mit dem Ausscheiden der Pfarrerin geht in der ehemals selbstständigen Kirchengemeinde Sellnrod/Altenhain eine Ära zu Ende.

Die Dorfkirche in Sellnrod wurde 1698 erbaut und seit dieser Zeit wurden dort Gottesdienste abgehalten. Sellnrod hatte eine eigene Pfarrstelle, kombiniert mit der Seelsorge in Altenhain, beide lagen früher einmal im Kreis Schotten.

Der Wandel der Zeit und die großen Umbrüche machten auch vor den Kirchengemeinden keinen Halt und so wurde bereits im letzten Jahr die Gesamtkirchengemeinde Freienseen-Sellnrod-Altenhain gegründet. Doch kaum jemand hat es bewusst gemerkt, denn für die Kirchenmitglieder hat sich bisher noch sehr wenig geändert.

In den vergangenen Monaten wurden allerdings die Gottesdienstzeiten schon einmal geändert, und so findet auch mal ein gewohnter Sonntagmorgengottesdienst erst in den Abendstunden statt. Denn nach dem Ruhestand von Pfarrerin Ingrid Volkhardt-Sandori ist nun die Freienseener Pfarrerin Susanne Metzger-Liedtke auch für alle Gottesdienste in der Gesamtkirchengemeinde zuständig.

Veränderungen in den Dörfern

Im September 2010 startete Pfarrerin Ingrid Volkhardt-Sandori in Sellnrod und löste dort eine Vakanz auf, denn Ortspfarrer Gerhard Kurmis war plötzlich aus dem Leben gerissen worden.

Zuvor war sie Pfarrerin in Lindenstruth und seit einem Jahr in einer Auszeit. Aus diesem Grunde konnte sie in Sellnrod-Altenhain gleich die Zusage erteilen.

Elf Jahre lang war sie nun als Pfarrerin für die Gemeinden zuständig, hat Verbindungen geknüpft und den Menschen »gutgetan«. Es gab viele wundervolle Anlässe wie Taufen, Konfirmationen, Hochzeiten oder runde Geburtstage, die Frauenkreise und vieles mehr. Aber auch die Seelsorge und das Abschiednehmen nahmen großen Raum ein.

Da Ingrid Volkhardt-Sandori das Pfarrhaus nicht bewohnte, sondern in Reiskirchen lebte, wurde das Pfarrhaus vermietet. Auch das Kirchenbüro zog aus dem ehemaligen Pfarrhaus aus und fand seinen neuen Platz im Gemeindehaus hinter der Kirche.

All dies war auch eine Kraftanstrengung und eine Umorganisation. Den Veränderungen wurde erst einmal skeptisch begegnet, doch man hat sich an die neuen Örtlichkeiten gut gewöhnt. Zumal das Gemeindehaus immer mit Gruppen und verschiedenen Kreisen belegt ist, und so konnte die Pfarrerin mehr daran teilhaben.

Sellnrod und Altenhain, zwei ganz unterschiedliche Ortschaften, sind Ingrid Volkhardt-Sandori sehr ans Herz gewachsen. Sie lernte Bräuche kennen und auch die entsprechenden Dorfgeschichten dazu. »Gerne erinnere ich mich an die Faschingssitzungen in Altenhain. Dort bekam ich einen Orden, ohne etwas dafür zu tun, nur für das Zuhören und Dabeisein«, sagte Volkhardt-Sandori mit einem Lächeln im Gesicht.

Gespürt hat die Pfarrerin auch den Wandel im Dorf. Die letzte große Herausforderung war die Pandemie und die damit verbundenen Online-Gottesdienste und die andere Konfirmandenzeit.

Versprochen hat die Pfarrerin, dass sie Sellnrod, Altenhain und Freienseen verbunden bleibt. Gemeinsam mit ihrem Ehemann hat sie in Grünberg vor drei Jahren ein Haus gebaut. Dort gibt es noch einiges zu tun, zum Beispiel im Garten. In Grünberg engagiert sie sich bereits im Weltladen-Team, beim NABU und im Tierschutz.

»Auch werde ich mal wieder Zeit haben, meine Freundschaften zu pflegen und für die Familie da zu sein«, sagte sie. Auf mehr Freizeit freuen sich ihr Ehemann und ihre 89-jährige Mutter. Die Tochter und die beiden Enkel wohnen bei Schwäbisch Hall, der Sohn in Trohe.

Offiziell wird Pfarrerin Ingrid Volkhardt-Sandori dann Ende Januar verabschiedet.

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