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Bezahlbar und barrierefrei

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Von: Thomas Brückner

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Laubach (tb). Im Oktober soll der Startschuss fallen, zum Jahresende die Bodenplatte liegen, Ende 2022 soll das Mehrfamilienhaus an der Schottener Straße bezugsfertig sein. Die Kosten veranschlagt die Baugenossenschaft Grünberg/Laubach mit rund 2,4 Millionen Euro. Stand jetzt. Die Submission schließlich steht noch an, und die Teuerung im Bausektor ist bekannt.

»Da kann einem schwindlig werden«, meinte gestern Morgen Architekt Reimund Orth. Nicht anders Frank Ide, Grünbergs Bürgermeister und Vorsitzender des Aufsichtsrats der Genossenschaft: »Wir hoffen auf gute Preise.«

Anlass für solchen Zweckoptimismus bot die Übergabe des Förderbescheids über 307 000 Euro durch Landrätin Anita Schneider. Eine erkleckliche Summe, mit der der Landkreis ein bezahlbares Zuhause für Mieter fördert, die finanziell nicht auf Rosen gebettet sind. Die Wohnungen - acht 47, sechs 60 Quadratmeter groß - werden für 6,55 Euro/qm kalt angeboten.

Dank Kooperation: Betreutes Wohnen

Zunächst vorgesehen, hat die Genossenschaft am Ende doch von einem privat finanzierten Obergeschoss abgesehen. Nicht zuletzt im Sinne der Stadt, die anstelle der sonst fälligen Zuschüsse von 10 000 Euro jede der 14 Wohnungen das Grundstück (2151 qm) beigesteuert hat.

Wieder Schneider verwies auf die Kooperation mit der interkommunalen Gesellschaft Sozialer Wohnungsbau und Strukturförderung (SWS). Seit deren Gründung habe diese den Fokus auf Baugenossenschaften gelegt , stünden diese doch ebenso für das Ziel, bezahlbaren, doch qualitätsvollen Wohnraum für Familien, Senioren und Alleinstehende zu schaffen.

Das Lob der SPD-Politikerin galt ebenso der Kooperation mit dem Oberhessischen Diakoniezentrum, um Angebote des Betreuten Wohnens unterbreiten zu können. Interessenten können etwa auch die Essens- und Freizeitangebote des »Stifts« hinzubuchen. »Und das zu einem bezahlbaren Mietpreis von 12 bis 14 Euro/qm«, wie Schneider anmerkte. Anzufügen ist, dass die Genossenschaft auch haushaltsnahe Dienstleistungen vermittelt.

»Eine gute Sache«, meinte Bürgermeister Matthias Mayer. Und meinte damit diese Spielart interkommunaler Kooperation. Auch Laubach fehlten schließlich für Senioren passende Wohnungen, was Größe und Barrierefreiheit angeht.

Zu den technischen Daten: Ein Treppenhaus mit Aufzugverbindet die »Gebäudehälften«; statt einem Keller gibt es Abstellräume unterm Dach; die Balkone sind zur Südseite und damit zur viel befahrenen Schottener Straße ausgerichtet, eine Verglasung aber soll die Lärmimmission wesentlich vermindern; Gesamtwohnfläche 710 qm, umbauter Raum 4174 cbm. Fazit Architekt Orth: »Das Gebäude mit seinen Satteldächern fügt sich gut in die Umgebung ein.«

Neben dem mehr als preiswerten Grundstück (Erbbaupacht ein Euro per annum, bis 2118) und der Kreisförderung von 307 000 Euro finanziert die Genossenschaft - neben der Hypothek, versteht sich - das Projekt auch über ein zinsloses Landesdarlehen in Höhe von 800 000 Euro.

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