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Höhepunkte aus 20 Jahren präsentiert der Blues-Chor Laubach bei seinem Auftritt in der evangelischen Stadtkirche.

Das Beste aus 20 Jahren

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Laubach (nab). Seit zwei Jahrzehnten gibt es jedesmal bei "Blues, Schmus und Apfelmus" einen ganz besonderen Programmpunkt: Der Auftritt des Blues-Chors Laubach. Zum Jubiläum haben die Sängerinnen und Sänger am Samstagabend erneut ein fulminantes Konzert in der evangelischen Kirche gegeben - nicht weit entfernt vom Bluesfestival im Schlosspark.

Dort, auf der Mundartbühne auf dem Festivalgelände, hatte der Blues-Chor seine ersten Auftritte. War er doch ursprünglich 1999 eigens als Projektchor für "Blues, Schmus und Apfelmus" gegründet worden. "Doch die Akustik war in dem Zelt nicht so gut. Die Stadtkirche war viel besser für den Chorgesang geeignet", berichtete Sängerin Rike Raschke, die durch das Programm führte. So ist die Stadtkirche seit einigen Jahren am Bluesfestival-Samstag fester Anlaufpunkt für Fans von Blues- und Chormusik, denn der Auftritt des Blues-Chors ist einfach Kult.

Zum 20-jährigen präsentierten die Chormitglieder ein Best-of aus Blues-Songs, Swing, Gospel oder Pop- und Rockklassikern und begeisterten ihr Publikum. Mit im Boot hatten sie erneut den in Laubach aufgewachsenen Philipp Gerschlauer. Der Saxofonist lebt mittlerweile in Berlin und widmet sich den improvisatorischen Möglichkeiten mikrotonaler Musik, bei denen er Harmonik und Groove zusammenführt. Von seinem außergewöhnlichen Talent konnten sich die Besucher in der Stadtkirche bei seinem Solo überzeugen.

Gerschlauer: Saxofon und Orgel

Doch zunächst einmal startete der Blues-Chor unter der Leitung von Roland Becker und Hermann Wilhelmi (auch am Klavier) sein überaus abwechslungsreiches Programm mit dem "St. Louis Blues", den sie schon damals vor 20 Jahren sangen. Das fetzige Stück "Route 66" und "Chain of fools" folgten. Berührend war der Gesang zu "Ain’t no sunshine" und vor allem die Männerstimmen brillierten bei "Unchain my heart". So mancher Besucher mag Gänsehaut bei "A whiter shade of pale" bekommen haben, bevor der Blues-Chor mit "Briefcase full of Blues" seinen ersten Programmteil beendete.

Nun war Gerschlauer an der Reihe, der bei seinem Saxofonsolo ganz langsam durch den Kirchenraum lief und plötzlich die Stufen zur Orgel erklomm. Zum Staunen aller setzte er sich - ohne dabei jemals mit dem Saxofonspielen aufzuhören - an die Orgel und zeigte, wie man beiden Instrumenten gleichzeitig Töne entlocken kann. Der Applaus war ihm gewiss.

Und genauso auch dem Blues-Chor, dessen Sängerinnen und Sänger auch beim zweiten Teil noch einmal alles gaben. Das Programm: "The old Landmark", ein Medley aus "Basin Street" und "Birth of Blues", gefolgt von "Soul Man", "Proud Mary", "Africa" und einem weiteren sensationellen Medley aus "Sweet Home", "Stormy weather", "Barbara Ann", "Autumn leaves", Blueberry Hill" und passend zum 50. Jubiläum der Mondlandung "Fly me to the moon". Man darf auf die nächsten 20 Jahre gespannt sein.

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