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Offizielle Freigabe des Radwegs mit Landrätin Anita Schneider (Mitte, mit Schere) sowie Diana Franz, Isolde Hanak, Christine Diepolder (mit Enkelin Franziska), Regina Keil und Matthias Meyer als Vertreter der Stadt sowie Jung-Botaniker Jakob Nolte (v. l.).

Radroute

Bahnradweg von Hungen nach Laubach nun komplett

  • Thomas Brückner
    vonThomas Brückner
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Der Bahnradweg von Hungen nach Laubach wird gut angenommen. Bei der Eröffnung des vierten Bauabschnitts war klar: Das soll nicht das Ende gewesen sein.

Ob es an diesen Zeiten liegt, in denen Sport meist nur im Freien möglich ist? Ob am E-Bike-Boom? Vermutlich an beidem: Bei der Eröffnung des vierten Bauabschnitts des Bahnradwegs Hungen - Laubach wurden die Redner gleich mehrfach »gestört« - ein Pedalritter nach dem anderen passierte den Treffpunkt im Gewerbegebiet. »Der Weg wird wirklich sehr gut angenommen«, sagte Regina Keil, Mitarbeiterin des Kultur- und Tourismusbüros, das Laubachs Radwegeplanung verantwortet.

Landrätin Anita Schneider seitens des Kreises, Erste Stadträtin Isolde Hanak, Kulturdezernentin Christine Diepolder (bis Mai im Amt) sowie der gewählte Bürgermeister Matthias Meyer (ab Juni im Amt) seitens der Stadt waren sich einig: »Ein Gewinn für Laubach wie seine Besucher.«

Von einem »Dreifachnutzen« gar sprach Meyer, fördere der Radweg doch individuelle Mobilität, Gesundheit und Klima. Dass der vierte Bauabschnitt, mit dem nun eine durchgängige, neun Kilometer lange Verbindung von Hungen bis zum Gasthaus »Laubacher Wald« geschaffen ist, nicht das Ende sei, unterstrich er. Durchaus, soll doch die Strecke auf der alten Bahntrasse weiter Richtung Vogelsberg führen, sozusagen als Link zum »Vulkanradweg«. Laubach, Grünberg und als Zielort Mücke kooperieren hier, haben ein Ingenieurbüro beauftragt, das bereits den Förderantrag eingereicht hat. Klappt es mit der Aufnahme in das Programm, welches (Schnell-)Radwege entlang von Bundesstraßen fördert, steuert Berlin bis zu 90 Prozent der Kosten bei.

Kosten: 735 000 Euro

Die nächste Etappe nach Freienseen freilich führt durch den Wald, ein Großteil also abseits der Bundesstraße 276. Ein Problem? Nach Gesprächen mit der federführenden Behörde Hessen Mobil zeigte sich am Freitag Laubachs Bauamtsleiter Martin Bouda zuversichtlich: »Die Erfolgsaussichten sind sehr gut.« Auch was die Förderung für den Ankauf des Tunnels oberhalb von Freienseen angeht. Geplante Durchfahrt wäre das Highlight des Radwegs, die Verhandlungen mit dem Eigner sollen vorankommen.

Zu den technischen Daten: Abschnitt vier hat eine Länge von 2,8 Kilometern, führt von der Gemarkung »Sträuches« oberhalb von Röthges über Wetterfeld bis ins Gewerbegebiet Laubach. Das ehemalige Gleisbett wurde auf zweieinhalb Metern Breite asphaltiert.

Flankiert wird es von circa 50 Zentimeter breiten Banketten, auf denen jüngst rund 50 Naturfreunde aus Laubach unter Leitung des Botanik-Studenten Jakob Nolte Blühstreifen angelegt haben. Die Auswahl, so Nolte, orientierte sich vorwiegend an einer Doktorarbeit aus dem Jahr 1887, in der seinerzeit in Laubach vorkommende, heute teils sehr seltene Pflanzen dokumentiert sind.

Begonnen hatten die Arbeiten im Januar 2020 mit dem Freischneiden der Trasse. Im Sommer erfolgte der eigentliche Bau, abgeschlossen jüngst mit der Absturzsicherung: Auf insgesamt einen Kilometer Länge wurde ein wahrlich sehr massives Geländer montiert.

Die Gesamtkosten betrugen rund 735 000 Euro, wovon das Land Hessen 533 000 Euro übernommen hat. Noch ’ne Zahl: Seit dem Start 2016 wurden bereits rund 1,85 Millionen Euro in das Projekt »Bahnradweg« im Raum Hungen/Laubach investiert.

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