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So soll es werden: Die Skizze zeigt eine Ansicht des neuen, jetzt auf 5,5 Millionen Euro veranschlagten Feuerwehrgerätehauses Laubach. Mit Bewilligung eines Nachschlags von einer Million hat das Stadtparlament dafür nun grünes Licht gegeben. SKIZZE: PM

Feuerwehr erfreut

Bagger für neuen Stützpunkt rücken in Kürze an

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Laubachs Stadtparlament hat den "Nachschlag" von einer Million Euro bewilligt, die letzte Hürde für Neubau des Feuerwehrstützpunktes in der Kernstadt ist somit genommen.

Die Prognose, Laubach werde in den sauren Apfel beißen, das Stadtparlament die 2018 beschlossene Kostenobergrenze von 4,5 Millionen Euro aufheben (GAZ vom 5. Februar), sie ist eingetroffen: Einstimmig hat das Stadtparlament am Donnerstag den "Nachschlag" von einer Million Euro bewilligt. Freilich bei Enthaltung der Opposition, die die "Konsensgemeinschaft" aus Freien Wählern und CDU zumindest teilweise dafür verantwortlich macht, das der Neubau jetzt auf 5,5 Millionen Euro veranschlagt wird

Zur Erinnerung: 2015, beim Grundsatzbeschluss für den Neubau in der Schottener Straße statt einer Erweiterung am Altstandort in der Stadtmitte, war der erste Entwurf auf 3,5 Millionen Euro geschätzt worden. Mit der Aktualisierung der Planung ging eine Steigerung der Kosten auf 4,5 Millionen Euro 2017 einher.

Kosten steigen von 4,5 auf 5,5 Millionen Euro

Von CDU/FW-Mehrheit im Herbst des gleichen Jahres reklamierter Abstimmungsbedarf und der Beschluss einer rechtswidrigen und daher vom Magistrat zu beanstandenden "wirtschaftlichen Obergrenze" durch das Plenum Anfang 2018 sorgten für Verzögerungen. Aus dem Baubeginn 2018 wurde nichts, der Förderbescheid war ans Land zurückzugeben und neu zu beantragen. Im Herbst 2019 wies die Kostenberechnung des Architekturbüros K-Plan 4,7 Millionen Euro aus. Die Ausschreibung vom Dezember aber ergab die ernüchternde Summe von 5,5 Millionen Euro. Wie Bauamtsleiter Martin Bouda der Debatte der Stadtverordneten vorausschickte, hoffe man doch, nach der Auftragsvergabe in einigen Punkten "nachfeilen", sprich sparen zu können. Per se möglich wäre schon eine neue Ausschreibung, die Krux aber wäre zweierlei: Die vom Land gesetzte Frist (Baubeginn 2020) wäre nicht einzuhalten, der Förderbescheid von rund 500 000 Euro perdu. Und fraglich sei, ob sich überhaupt ein neuer Anbieter fände, da es diesmal auch nur zwei waren.

FBLL: Diese Suppe müssen CDU und FW selbst auslöffeln

Die Debatte eröffnet hatte Dirk-Michael Hofmann (FBLL). Wiewohl er versicherte, er stehe hinter dem Projekt, so machte er doch eines klar: "Die Suppe müssen die Mehrheitsfraktionen selbst auslöffeln." Womit er die Mehrkosten meinte, die nicht zuletzt durch die Verzögerungen entstanden seien. Hofmann verwies etwa auf die Verschiebung der Planvorstellung 2017. Bei CDU/FW kein Gehör habe dabei die Warnung der K-Plan-Chefin vor erheblichen Mehrkosten gefunden. Dass sich überdies heute, nach bald drei Jahren, an der Planung "null geändert" habe, merkte er an.

In die gleiche Kerbe schlug Hartmut Roeschen, auch er sah die Mehrheitsfraktionen in der Verantwortung. Der SPD-Sprecher hätte wenigstens auf eine "kurze Entschuldigung" gehofft.

"Wir haben doch gar keinen von der Opposition in Verantwortung gezogen", zeigte sich Dirk Oßwald (FW) erstaunt ob der Kritik. Der Stopp der Planung, die - im Übrigen nur drei- bis viermonatige - Suche nach Einsparungen, als die Kosten die 3,5 Millionen überstiegen, sei geboten gewesen. "Die Beratungen mit K-Plan waren transparent. (...) Nur: Es war leider nichts zu machen."

CDU-Fraktionschef Björn Erik Ruppel schloss sich dem an und bat zu beachten, dass es auf dem Bau schon vor 2018 Kostensteigerungen gegeben habe. "Fragen Sie die Häuslebauer in der Schottener Straße." Das Kostenlimit von 4,5 Millionen Euro hätten alle mit mitgetragen, und keiner habe erwartet, dass es 5,5 Millionen Euro werden.

Dass die "Schuldfrage nichts bringt", es keine Alternative gebe, als in besagten sauren Apfel zu beißen, meinte schließlich auch Dr. Ulf Häbel von den Freien Wählern.

Klares Bekenntnis der Feuerwehr Laubach: "Das ist kein Wunschkonzert"

In einem Schreiben der Feuerwehr an die Stadt - etwa ein Dutzend Kameraden verfolgten am Donnerstag die Parlamentssitzung - wird klargestellt, dass weiter "voll umfänglich" hinter dem Neubau steht. "Hier geht es nicht um ein "Wunschkonzert, für die Kostensteigerung kann die Feuerwehr nichts."

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