"Autos verbannen, aber kein teures Pflaster"

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Laubach(pm). Was muss in der nächsten Legislaturperiode in Laubach angepackt werden? Antworten darauf will die SPD in einer "Agenda 26" geben. Die Arbeitsgruppe "Wohnen - Arbeit - Verkehr" hat dazu ein Papier formuliert. Am wichtigsten, so heißt es in der Pressemitteilung, sei die Schaffung neuer Wohnviertel direkt nach Ende des IKEK-Prozesses ab 2024. "Es kann nicht sein, dass in Grünberg ein Baumgartenfeld nach dem anderen erschlossen wird, aber in Laubach Dornröschen sich schlafen gelegt hat". Brauche man doch neue Einwohner mit Kaufkraft und Steuerleistungen, um Märkte, Schulen, Bäder halten zu können. Am besten für ein Baugebiet eigne sich die Fläche zwischen Laubach und Wetterfeld, auch für Gewerbe. Dabei will die SPD den Menschen in der Rhein/Main-Region zeigen, wie Trinkwasser gespart wird: Nur Zisternenwasser soll zur WC-Spülung herhalten. "Dann könnten wir mit Fug und Recht darauf pochen, dass die Frankfurter ihre Sucht nach Vogelsbergwasser endlich in den Griff bekommen."

Frieden mit den Radwegen machen

Ortsansässige Jungfamilien sollten auch ihrem Stadtteil bauen können, fordern die Genossen im Weiteren. Leer stehende städtische Wohnungen in Ruppertsburg und Freienseen gelte es herzurichten und zu vermieten, Baulücken gelte es zu schließen (gegenüber der Kita Adolf-Wieber-Straße schlägt man ein kleines Wohngebiet vor). Da der Magistrat nach einem Jahr immer noch nicht das fertige Verkehrskonzept für die Altstadt veröffentlicht habe, tappe man etwas im Dunkeln. Vorgeschlagen wird hier aufs Neue die Prüfung eines Parkdecks in der Bahnhofstraße. Die Marktplatzumgestaltung wird kritisch beurteilt: Bis auf die Kurzzeitparkplätze auf Volksbankseite müssten die Autos endlich raus. Wenn man alles aufreiße und mit Betonsteinen pflastere, müsse man auch Kanal- und Wasseranschlüsse prüfen. Die SPD warnt da vor einem "Rattenschwanz an Folgekosten", die alle nicht vom IKEK-Programm gefördert würden. Ganz abgesehen von den Kosten für ein botanisches (Linde) und Bodendenkmal-Gutachten würden auch die Geschäfte unter einer längeren Bauphase leiden. Gefordert wird daher eine Bewirtschaftung des Bereichs und keine teure Neupflasterung. "Besser das Geld für unsere Kindergärten ausgeben!"

Laubach brauche Betriebe, die Arbeit und Einnahmen für die Stadt bringen, heißt es hernach. Und dass man arbeitsintensives Kleingewerbe und Handwerk fördern wolle. Die Mietgaragenfirma habe die SPD denn auch - anders als die FW/CDU-Mehrheit - abgelehnt. Statt einer zehn Meter hohen Erdaufschüttung, um Gewerbe anzusiedeln, sollte auf der Geisenwiese eine PV-Anlage errichtet werden. Schnelles Internet ermögliche Start-ups, nach Laubach zu kommen. Eine glatte Ortsdurchfahrt - obwohl wünschenswert - bräuchten diese nicht unbedingt.

"Frieden mit dem Thema Radwege machen", empfiehlt die AG am Ende den Mitgliedern. Vorgeschlagen wird eine Verbindung in den Vogelsberg über Altenhain; jene nach Mücke sei zweitrangig. Gemeinsam mit dem Kreis will man zudem einen "wirklichen Schnellbus" nach Gießen mit "verträglichen Fahrzeiten" einrichten. Von der SPD initiierter Bürgerbus sollte intensiviert werden, damit Dörfer und Kernstadt enger verbunden werden. Das Papier der AG soll zusammen mit dem Ergebnis der Gruppe "Soziales - Bildung - Verwaltung" (noch in Arbeit) beim Listenparteitag Ende des Monats beraten und beschlossen werden.

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