Löschteich Röthges

Arbeitsgruppe sucht mit Stadt nach Lösungen

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Laubach (tb). Zu Monatsanfang war’s, dass die Stadt einen Bauzaun am alten Löschteich Röthges aufstellen und ein Badeverbot (er)ließ. Was vor allem bei den Nachbarn der Feuerwehr auf Kritik stieß: Von einer "Nacht- und Nebelaktion" war tags darauf die Rede, einer jahrzehntealten Tradition, wonach die Röthgeser hier das Schwimmen erlernten, werde so ein Ende bereitet (siehe GAZ vom 3. August).

Bürgermeister Klug verwies auf die Verkehrssicherungspflicht der Stadt als Eignerin des Gewässers - und auch darauf, dass bei einem Unfall er persönlich hafte. Dass in Röthges, anders als etwa an den Teichen in Ruppertsburg und Altenhain, an heißen Tagen täglich gebadet werde, bat er ebenso zu bedenken. Im Übrigen werde der Teich gemäß Kreiskonzept nicht zur Löschwasserversorgung benötigt, könnte mithin, wenn auch nur teilweise, mit einem Anbau ans Gerätehaus überbaut werden.

Verein als Ausweg?

Bei einer gut besuchten Ortsbeiratssitzung am Freitag im DGH Röthges wurde aufs Neue das Vorgehen der Stadt kritisiert. Im Ergebnis der "emotionalen, aber nicht böswilligen Diskussion", so Moderator Dr. Ulf Häbel, stand die Bildung einer AG, die sich für den Erhalt als Badeteich einsetzen will. Und dafür nun gemeinsam mit der Stadt nach Lösungen suchen will.

Dafür gebe es mehrere Ideen, etwa die Bildung eines Vereins, ähnlich den Förder- bzw. Trägervereinen der Umgebung. Der würde die Verantwortung übernehmen, sich etwa um eine zeitweise Aufsicht durch die DLRG kümmern. Auch eine Anpachtung sei denkbar, wenn auch nicht an dem Abend explizit angesprochen worden. Was die Verkehrssicherung angeht, so mahnte Häbel: "Ja, es gibt die Haftungsfrage, aber man sollte sich dadurch nicht komplett lähmen lassen." Ebenso appellierte er, nach einer lokalen Lösung zu suchen, auf dass nicht andernorts auch noch ein Zaun an einem Teich aufgestellt werde.

Für "überstürzt" hält die SPD die Anordnung. Laut Ortsvereinsvorsitzendem Roeschen hätten Klug und der Magistrat stattdessen nach Lösungen für eine Duldung des Badens suchen sollen. Hätten etwa prüfen sollen, ob dies nicht ein natürliches, öffentliches Gewässer sei, gespeist durch eine Quelle und mit natürlichem Abfluss, wofür die Stadt keine Verkehrssicherungspflicht habe. Weswegen Klug sich auch nicht vor einer Haftung ängstigen bräuchte. Dass der Teich nicht als Löschwasserreservoir geführt werde, relativiere ebenso die Zuständigkeit der Stadt. Die Dorfgemeinschaft, so bittet Roeschen auch zu beachten, habe vor Jahrzehnten den Naturteich zum Schwimmbecken mit Stufen, Haltestangen, Nichtschwimmerbereich umgebaut, samt Erhalt des Zu- und Ablaufs. Auch habe die Feuerwehr das Teichgelände umzäunt und Sicherungen für Kleinkinder angebracht.

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