Arbeiten mit Bodenhaftung

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Laubach(dis). Zur letzten Vernissage in der Galerie N°5 hatte am Samstag das Kunst- und Kulturforum Laubach eingeladen; dort zeigt Josef Krahforst bis 29. Dezember seine Arbeiten unter dem Titel "Bodenhaftung". Vorsitzender Arnold Schleier dankte in seinen Begrüßungsworten seinen Vorstandskollegen und den Mitglieden, die es seit Jahren ermöglichten, immer wieder Künstler für Ausstellungen nach Laubach zu holen. Schleier: "Es war eine wunderbare Zeit". Nach dem Umzug aus der Schlossgalerie in die neuen Räumlichkeiten in der Stiftstraße sei es Krahforst gewesen, der dort als einer der ersten Künstler ausgestellt habe. Man hoffe, sich wieder von einer anderen Stelle zurückmelden zu können.

In seiner Einführung in das Krahforst’sche Werk erläuterte Thorsten Denker, der Leiter der Kreisvolkshochschule (KVHS), spannend sei die häufig vorkommende expressive Form: "Da werden Farben kontrastreich und intensiv eingesetzt, Objekte bewusst grob und umreißend dargestellt. Auf Details wird eher verzichtet." Man werde in eine Welt mitgenommen, die "weit vor Weihnachten, weit vor Zivilisation, weit vor Konsum" liege.

Kunstwerke geben Denkanstöße

Für Krahforst spiele das Ursprüngliche, das Verhältnis von Mensch, Natur und Geschichte eine zentrale Rolle. "In Zeiten von Waldsterben, Greta, Klimawandel und der Zerstörung natürlicher Ressourcen" seien diese Gedanken hoch aktuell und relevant, erläuterte Denker. Mit Blick auf den Ausstellungstitel falle ihm auch der gut gemeinte Rat "Bleib’ mal auf dem Boden" ein. Verwandt sei der Begriff "Bodenständigkeit" denn der führe zu "Erdung", zu "Bodenhaftung". Krahforst habe bei allem schöpferischen Geist dazu geschrieben: "Hoch fliegen und seine Herkunft nicht vergessen. Weit wandern und nie vom Weg abkommen. Alles denken und seine Heimat haben. Frei sein dürfen und doch eingebettet sein."

In diesen Zeilen werde der oft vermutete Widerspruch von Bodenständigkeit und Progressivität gedanklich aufgelöst. Die Ausstellung biete in eine m hochspannenden kulturellen Raum Denkanstöße und so manche Diskussionsanlässe. In einem persönlichen Nachwort bestätigte Krahforst die Ausführungen.

Die Ausstellung in der Galerie N°5 ist bei freiem Eintritt bis Sonntag, 29. Dezember, zugänglich. Die Öffnungszeiten sind samstags von 11 bis 12.30 und sonntags von 14 bis 17 Uhr.

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