Polizeipräsident Bernd Paul (links) und Verkehrssachbearbeiter Paul Bonk enthüllen das Banner. FOTO: FP
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Polizeipräsident Bernd Paul (links) und Verkehrssachbearbeiter Paul Bonk enthüllen das Banner. FOTO: FP

Appell für Eigenverantwortung auf "Rennstrecke" B 276

  • vonHans-Joachim Losert
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Laubach(fp). "Jede Maßnahme zur Rettung von Menschenleben ist richtig", sagte Thomas Repp vom gemeinsamen Ordnungsbehördenbezirk Laubach-Lich am Freitagnachmittag am Jägerhaus an der B 276. Dort installierte Polizeipräsident Bernd Paul mit weiteren Beamten sowie Laubachs Erster Stadträtin Isolde Hanak ein Präventionsbanner. Mit der Botschaft "Du hast es in der Hand! Überlasse nichts dem Unfall!" sollen vor allem Motorradfahrer erreicht werden. Der Ort wurde bewusst gewählt, denn die B 276 zwischen Laubach und Schotten ist mit dem Mythos einer "Rennstrecke" behaftet und bei Bikern wegen der Fahrbahnführung sehr beliebt. Dies schlägt sich auch in der Unfallstatistik nieder: Seit 2017 registrierten die Behörden dort 58 Unfälle mit Motorradfahrern. Sechs Menschen verloren ihr Leben, 35 verletzten sich schwer, weitere 18 leicht.

Die Polizei setzt weiterhin auf Prävention und erinnert an die Eigenverantwortung. Der Slogan stammt aus der Medienkampagne des Polizeipräsidiums Südhessen, das das Thema "motorisierte Zweiradfahrer" hessenweit federführend begleitet. Mangels Knautschzone, Sicherheitsgurten oder Stoßfängern sind Motorradfahrer bei Verkehrsunfällen besonders gefährdet. Lediglich der Helm und die Kleidung bieten den Bikern minimalen Schutz bei Zusammenstößen.

Polizeipräsident Paul, Polizeirat Gerhard Keller, Leiter der Direktion Verkehrssicherheit, sowie Erste Stadträtin Hanak wiesen in ihren Reden darauf hin, dass es gelte, abends wieder gesund nach Hause zu kommen. Dazu müsse die Einhaltung der Regeltreue erreicht werden. Neben dem Wunsch, die motorisierten Zweiradfahrer zu erreichen, ist es Anliegen der Polizei, so wenig wie möglich Maßnahmen ergreifen zu müssen, wie Paul Bonk, Verkehrssachbearbeiter beim regionalen Verkehrsdienst Gießen und zuständig für diesen Bereich, auf Nachfrage betonte. Könne man die Unfallzahlen gering halten, müsse man auch nicht weiter über die bereits diskutierte Straßensperrung reden. Man wolle nicht andere Verkehrsteilnehmer bestrafen oder gar die Tourismusbetriebe schädigen.

Bei der Aktion wurden auch zwei "Video-Krafträder" vorgestellt. Mit deren Technik ist es möglich, Fehlverhalten zu dokumentieren und den Fahrern vor Ort vorzuführen.

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