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Vivi Vassileva und Lucas Campara Diniz brennen in der Hessenbrückenmühle in Münster ein musikalisches Feuerwerk ab.

Aparte Zweisamkeit

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Laubach (usw). Einen der Höhepunkte der Saison erlebten die Besucher der Reihe "Musik und Sprache" am Sonntag im voll besetzten ehemaligen Pferdestall der Hessenbrückenmühle. Vivi Vassileva und Lucas Campara Diniz brannten an Vibraphon und Gitarre ein musikalisches Feuerwerk der Extraklasse ab und begeisterten mit höchstem handwerklichen Niveau und faszinierender Intensität des Ausdrucks: ein Volltreffer.

Die beiden Musiker zeigen sich in superber Spiellaune. Ihr Auftakt mit Marco Pereiras "Bate Coxa", wie alle Titel des Abends von Diniz für Gitarre und Vibraphon arrangiert, gerät federleicht und fetzig, absolut geschlossen und mit überzeugendem Ausdruck und Stimmigkeit - das Publikum ist von diesem kleinen Musiksturm überrascht und höchst eingenommen, die Musiker strahlen.

Johann S. Bachs Italienisches Konzert F-Dur BWV 971 in drei Sätzen macht den Zuhörer mit der aparten Zweisamkeit von Gitarre und Vibraphon vertraut, ein Klanggenuss, bei dem das Vibraphon wie auch später zumeist etwas die Oberhand behält. Domenco Scarlattis Sonate K 141 in d-Moll war das erste Glanzlicht des Abends. Ein famoser Dynamikumfang, das Vibraphon ganz oft an der Hörgrenze - zauberhaft klingt das -, ansonsten verströmt die Musik eine vitale Energie. Auch Claude Debussys "Arabesque Nr. 1" leuchtet. Ein anfangs ganz weiches Einschwingen und sanftes Verwehen nehmen für sich ein, gefolgt von fabelhaft sanften Partien, einem weichen Quasi-Erzählcharakter, das Ganze absolut träumerisch.

Das Finale mit Astor Piazzollas "Vier Jahreszeiten" ist angemessen. Es strahlt der Winter mit geradezu bildhaft spürbaren Schneeflöckchen und einem famosen Ausschleichen zum Ende hin. Auch die anderen Jahreszeiten fallen mit exzellenten Glanzlichtern vorbildlich aus.

Ein Konzert zweier herausragender Musiker, die intuitiv und maximal konstruktiv miteinander musizieren und ihre Freude daran mit dem hingerissenen Publikum teilen, das gar nicht zu applaudieren aufhört.

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