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Anreize fürs Wiederaufleben der Ortsbeiräte

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Von: Thomas Brückner

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Laubach (tb). Das Problem ist nicht neu: In der vorvergangenen Legislatur war in Altenhain die Ortsbeiratswahl ausgefallen, diesmal fanden sich mit Lauter und Röthges in gleich zwei Dörfern nicht ausreichend Kandidaten. Um die Suche zu erleichtern, ist nach eindeutigen Signalen aus den Fraktionen zu erwarten, dass zur Gemeindewahl 2026 - so wie bereits in Grünberg der Fall - die Beiräte in den kleineren Stadtteilen kleiner sein werden (bisher überall neun Mitglieder).

Was freilich nicht der einzige Impuls des Stadtparlaments ist, die Institution Ortsbeirat in der ganzen Großgemeinde wieder »nach vorn zu bringen«: Orte, in denen es keinen gewählten Ortsbeirat gibt, sich aber eine Interessengemeinschaft bildet, erhalten nun Geld aus dem Topf »Zurück ins Dorf« (ZiD). Allerdings nur zwei Drittel der freien Verfügungsmittel von 2500 Euro, also 1670 Euro per annum. Jene 500 Euro jährlich, die zusätzlich den Ortsvorstehern für kleine Anschaffungen überwiesen werden, die gibt es allerdings nicht.

DGH Röthges offen

Als weiteren Impuls, das nächste Mal wieder einen Ortsbeirat auf die Beine zu stellen, umfasst der einstimmige Beschluss des Plenums diesen Zusatz: Scheitert die Wahl 2026 erneut, sinken die ZiD-Mittel für eine IG auf ein Drittel der üblichen Summe, also 850 Euro. Beim dritten Mal gibt es dann gar nichts mehr.

Wie berichtet, haben sich in beiden beiratslosen Stadtteilen doch Interessengemeinschaften gebildet. Ihre Mitglieder wollen gemäß besagtem »Impuls-Beschluss« und im Interesse ihres Dorfes Tätigkeiten übernehmen, die ansonsten der Ortsbeirat wahrnimmt. Beispiele sind hier die Teilnahme an Ortsbegehungen, Grünpflege, Umsetzung von Maßnahmen fürs Gemeinwohl sowie dauerhafter Informationsaustausch mit dem Rathaus. All das mit dem Ziel, »bis zur nächsten Kommunalwahl aus diesen Gemeinschaften heraus wieder Bürger und Bürgerinnen zu aktivieren, die im Ortsbeirat tätig sein wollen«, wie es Bürgermeister Matthias Meyer formuliert.

Jüngst fand nun die erste Versammlung der IG Röthges statt, in der sich neben dem Vorsitzenden Thorsten Kühn Michael Römer, Ernst-Rudolf Schmidt und Rudi Andres engagieren. Ein Thema war dabei die Pflege des Sportplatzes durch Bürger, was nun Michael Römer koordiniert. Wichtiger: Als Ergebnis der Gespräche mit der Stadt konnte die Lösung des bekannten »DGH-Problems« (Schließung mangels Übernahme von »Hausmeister«-Tätigkeiten aus dem Dorf heraus, die Red.) verkündet werden. Als ehrenamtliche Kümmererin - der Begriff Hausmeisterin umfasste weitergehende Aufgaben - konnte Corinna Zenke gefunden werden. Sie ist etwa Ansprechpartnerin, wenn es um eine Buchung geht. Bereits ab 1. November ist dies möglich, steht das Bürgerhaus wieder offen.

Die Unterzeichnung des entsprechenden Vertrags mit Bürgermeister und Erstem Stadtrat soll bei der nächsten öffentlichen Versammlung der IG am 22. Oktober, 19 Uhr, im DGH erfolgen. Dann, so weiter Rudi Andres namens der IG, werde es aufs Neue auch ums Thema »700-Jahr-Feier« gehen.

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