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Blicken auf 50 Jahre Rettungswache Laubach zurück: (v. l.) Nicklas Pabst, Mario Binsch, Siegbert Maikranz, Christian Betz und Markus Müller.

Als Angehörige noch den Telefondienst übernahmen

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Laubach (dis). Mit einer Feierstunde wurde das 50-jährige Bestehen der Rettungswache Laubach im Beisein zahlreicher Mitarbeiter gefeiert. Die Rettungswache gehört zu den ältesten Standorten in der Region, sagte der Geschäftsführer des DRK-Rettungsdienstes Mittelhessen, Markus Müller. Sie wurde zweimal verlegt und ist seit 2013 in einem Gebäude untergebracht, das eigens für die Nutzung als Rettungswache gebaut wurde.

Gemeinsam mit den DRK-Rettungswachen in Lich, Londorf und Hungen gehört Laubach zum Wachenbereich Gießen-Land. Auch die Wachen in Lich und Londorf haben eine lange Tradition. Lich ist seit 52 Jahren Rettungswachenstandort, Londorf (vormals Weitershain) seit 28 Jahren. Hungen kam 2012 hinzu, weil die Einsatzzahlen im Landkreis Gießen gestiegen waren.

Die Geschichte der Laubacher Wache macht deutlich, wie sehr sich der Rettungsdienst über die Jahre entwickelte. Bis 1969 betrieb der DRK-Kreisverband neben der Gießener Rettungswache drei Außenwachen in Butzbach, Lich und Weitershain. Als vierte kam Laubach hinzu, die in einem großzügigen Gebäudekomplex für die ehrenamtliche Arbeit und den Katastrophenschutz untergebracht wurde. In einem Anbau standen für die Wache 16 Quadratmeter Fläche zur Verfügung, weiterhin drei Dienstwohnungen für die Mitarbeiter und drei Garagen für die Einsatzfahrzeuge.

Die Wache war zwölf Stunden pro Tag besetzt. Nacht-, Wochenend- und Feiertagsdienste wurden von zu Hause aus versehen. Dabei war die Mithilfe der Angehörigen erforderlich, denn wenn ein Einsatz war, mussten sie den Telefondienst übernehmen. Einsätze wurden meist alleine durchgeführt, manchmal auch mit ehrenamtlicher Unterstützung aus dem DRK-Ortsverein.

Bis 1972 war die Wache mit zwei Sanitätern und Krankentransportwagen besetzt. 1973 kamen ein weiteres Fahrzeug und zwei Sanitäter hinzu. Von 1979 bis 1987 wurde auch der ärztliche Notdienst in der Wache untergebracht. Ab 1980 war die Wache rund um die Uhr besetzt, und für den Nachtdienst erfolgte die Disposition der Einsätze über die Gießener Leitstelle.

Erheblicher Entwicklungsbedarf

Im Jahr 1997 wurde der DRK-Rettungsdienst Mittelhessen gegründet, auch die Laubacher Rettungswache ging in seine Zuständigkeit über. Für viele Standorte folgten nun Verbesserungen - auch in Laubach. Die Wache wurde im März 2000 in ein wesentlich geräumigeres Gebäude in der Dexionstraße verlegt. Ein weiteres Mal zog sie 2013 um, und zwar erstmals in ein eigens dafür errichtetes Gebäude, welches passgenaue Arbeits- und Aufenthaltsbedingungen bietet. Damit rückte die Wache näher an die L3481 heran, sie ist von der Wache aus über eine Alarmausfahrt erreichbar. Mit der Inbetriebnahme des Gebäudes in Laubach hatte der Rettungsdienst 2013 sein Infrastrukturprojekt im Bereich Gießen-Land abgeschlossen.

Auch in der Zukunft gebe es erheblichen Entwicklungsbedarf, sagte Geschäftsführer Müller, die Anforderungen an den Rettungsdienst hätten sich wesentlich verändert, das System der präklinischen Notfallversorgung komme an seine Grenzen. Parallel dazu habe man mit dem Fachkräftemangel im Gesundheitswesen zu kämpfen. Für die Zukunft seien Versorgungskonzepte gefragt, die Nicht-Notfälle aus der Notfallrettung heraushalten und auch im ländlichen Raum eine gute medizinische Versorgung der Bevölkerung gewährleisten. Ein weiteres Standbein für eine zuverlässige Versorgung seien Intensivtransporte, auch in ländlich geprägten Strukturen "müssen Schwerstkranke sicher in Kliniken der Maximalversorgung verlegbar sein", sagte Müller.

Grußworte überbrachten unter anderem Laubachs Bürgermeister Peter Klug, Kreisbrandinspektor Mario Binsch und Dr. Daniela Hess von der Leitung der zentralen Notaufnahme der Asklepios Klinik Lich.

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