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Der zweigeschossige Bau wird für gemeindliche Zwecke genutzt.

Altenhainer wollen Kirchengebäude behalten

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Laubach (sf). Sorgen in Altenhain: Es geht um die Zukunft des Kirchengebäudes und die damit verbundenen Renovierungskosten. Kürzlich war der zuständige Baureferent der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), Diplom-Ingenieur Thomas Lang, in dem Stadtteil zu Gast, um das Bauwerk ausführlich zu begutachten. Nach Meinung des Experten muss die evangelische Kirchengemeinde mit Renovierungskosten in der Größenordnung von 350 000 Euro rechnen. Die interessierten Besucher und die Mitglieder des Kirchenvorstandes sowie Pfarrerin Ingrid Volkhardt-Sandori waren sichtlich erschrocken angesichts dieser Einschätzung.

Auf der Suche nach Finanzquellen

Das Haus wird im Gebäudeplan der Landeskirche als nicht unbedingt erhaltenswerter Bestand eingestuft. Das bedeutet, dass die Kirche keine Zuschüsse zu den Renovierungskosten geben wird. 350 000 Euro aber kann die Kirchengemeinde aus eigenen Mitteln nicht finanzieren. Deshalb empfahl Baureferent Lang, das Kirchengebäude zu veräußern. Einhellig aber sprach sich die Versammlung dafür aus, das Gebäude für die Kirchengemeinde zu erhalten: Es wird für Beerdigungen, Gemeindeveranstaltungen und besondere Gottesdienste gebraucht. Es ist das Haus, das dem Dorf sein Gesicht gibt.

Klaus Jürgen Frank (Kirchenvorstand) erklärte, dass die Kosten für Renovierungsarbeiten zur Erhaltung des Gebäudes überschaubar seien: Die Entfernung der beiden Linden auf dem ehemaligen Schulhof und Neupflanzung (bereits genehmigt) kosten 4800 Euro. Außerdem müssten die äußere Bruchsteinmauer und das Dachgesims mit Einfassung erneuert werden. Dazu müssen entsprechende Angebote eingeholt werden. Diese Maßnahmen, so die Einschätzung von Frank, könnten aus dem Haushalt beglichen werden. Man solle sich aber auch mit der Denkmalpflege in Verbindung setzen.

Eine Arbeitsgruppe wird sich im kommenden Jahr mit möglichen Perspektiven für das Kirchengebäude beschäftigen.

Ortsvorsteher Andreas Schöneborn und Manfred Geiss erklärten sich bereit, in Zusammenarbeit mit dem Kirchenvorstand Fördermöglichkeiten auszuschöpfen, beispielsweise über das IKEK-Programm. Außerdem wurde angeregt, an der Universität in Gießen anzufragen, ob Studierende im Rahmen ihres Architekturstudiums das Gebäude begutachten und daraus resultierende Nutzungsmöglichkeiten erarbeiten würden. Es wurde weiter vorgeschlagen, einen Förderverein zu gründen. Auch sollen Ideen für eine Nutzung der Räume gesammelt werden. Kurzum: Das Dorf stellt sich der Aufgabe.

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