23 Euro je Bett und Jahr

  • Thomas Brückner
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Laubach (tb). Seit 2001 ist die Kurbeitragssatzung der Stadt Laubach unverändert in Kraft. Darin festgelegt hat die Kommune mit ihren - in »normalen« Jahren - gut 60 000 Übernachtungen zwei Optionen für die Entrichtung des Tourismusbeitrags, wie die Kurtaxe offiziell heißt: Entweder per Einzelabrechnung, wonach je Erwachsenem pro Tag 50 Cent (maximal aber 21 Euro, bei Familien 42 Euro) fällig werden.

Oder pauschalisiert, hier erhöbe der Luftkurort 23 Euro je Bett und Jahr. Letzteres ist seit »ewigen Zeiten« Usus in dem Luftkurort am Vogelsberg.

Dass nach 20 Jahren eine moderate Erhöhung angemessen wäre, dieser Ansicht ist Bürgermeister Matthias Meyer. Mit entsprechender Vorlage dürften sich die Stadtverordneten daher in naher Zukunft beschäftigen. Doch stand die Satzung bereits in der aktuellen Sitzungsrunde auf der Tagesordnung: Eine Rechtsverordnung des Landes aus 2017 erfordert die Neufassung. Auf einer Mustersatzung fußend würden daraus nur redaktionelle Änderungen resultieren.

Zu viel Bürokratie

Anderes aber wollte die SPD: In der jüngsten Sitzung des Plenums beantragte sie die Streichung der Option »pauschalisierte Entrichtung«. Mit der Einzelabrechnung, so Hartmut Roeschen, erhielte man genaue Zahlen, Klarheit zu den Übernachtungen und Einkünften. Dem schloss sich Florian Kempff (FDP) an: Dieserart statistische Nachweise ergäben Sinn, ließen sich doch touristische Maßnahmen besser steuern. Meyer und die Mehrheit jedoch folgten der Argumentation nicht: Die pauschalisierte Abrechnung über die Vermieter erspare der Verwaltung weiteren bürokratischen Aufwand, hinzu komme das »psychologische Moment«, da der Gast nicht verärgert, da nicht damit konfrontiert werde, wie der Bürgermeister ausführte.

Im Übrigen bewegten sich die Einnahmen nur zwischen 8500 und 9000 Euro (woraus sich eine Bettenzahl von rund 400 errechnet, die Red.). Dass die BG Chemie die Kurtaxe entrichte, obwohl es sich bei ihr um Seminar- und keine Urlaubsgäste handele, fügte Meyer noch hinzu. Der SPD-Antrag wurde am Ende von CDU, FW, FBLL und Grünen abgelehnt, die Neufassung der neuen Satzung bei nur einer Neinstimme beschlossen.

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