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Durch diesen Tunnel können Tiere nun die Kreisstraße unterqueren.

Zwei Tunnel für Kröten

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Langgöns (las). Jedes Jahr während der Krötenwanderung haben Helfer von der örtlichen Gruppe des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) die Kröten auf die andere Seite der Kreisstraße 365 zwischen Oberkleen und Cleeberg getragen, wo diese ihre Laichgebiete haben. Die Tierschützer stellten grüne Zäune auf, die die Kröten in Eimer leiteten. "Riesenbauchschmerzen haben wir jedes Mal gehabt", kommentierte Vorsitzender der NABU-Gruppe "Oberes Kleebachtal" die Aktion. Denn auch für die Helfer habe aufgrund des Verkehrs erhebliche Gefahr bestanden. Schon seit 2007 wurde diskutiert, ob ein fester Zaun gebaut werden soll, um die Ehrenamtler zu entlasten.

Nach zwölf Jahren gibt es nun Krötentunnel. Zu der "Amphibienleitanlage" zählen zwei Tunnel, eine Leitanlage und eine Stopprinne, erklärte Bernd Flick von der Oberen Naturschutzbehörde des Regierungspräsidiums Gießen. Die beiden Tunnel sind je zehn Meter lang, einen Meter breit und 60 Zentimeter hoch. Sie wurden aus Stahlbeton angefertigt. Der Boden wurde mit Obererde ausgelegt, um einen möglichst naturnahen Untergrund für die Tiere zu schaffen. Die 275 Meter lange Leitanlage soll die Kröten bis zum Tunnel führen. An der Einfahrt zum nebenan liegenden Parkplatz bewirkt die Stopprinne, dass die Kröten in den Graben hineinfallen oder an der Rinne entlang laufen und so den Tunnel erreichen.

Das Land Hessen trug mit 80 000 Euro den größten Teil der Kosten. Der Landkreis Gießen beteiligte sich mit 22 000 Euro.

Laut Oberländer wird die Krötenrettung von nun an weniger aufwendig sein. Dennoch werden die ehrenamtlichen Naturschützer nicht mit den Sammelaktionen aufhören. Denn 250 Meter des 550 Meter langen Schutzbereiches sind noch frei. Oberländer hofft, dass der Zaun in den nächsten Jahren noch vervollständigt wird. Auch Flick sieht dieses Problem ein: "Uns ist sehr wohl bewusst, dass wir noch 250 Meter mobilen Zaun brauchen, der an den festen Zaun angeschlossen werden kann."

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