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Ungewohnter Anblick: Ein Zeppelin über dem Steinweg in Großen-Linden. (Repro: con)

Ein Zeppelin über Großen-Linden

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Langgöns (con). Das Sammeln von Briefmarken oder Postkarten ist in den vergangenen Jahren etwas in den Hintergrund getreten. Das heißt noch lange nicht, dass es keine Menschen mehr gebe, denen das Sammeln Spaß macht: In der Volksbank Filiale in Langgöns stellt seit Mittwoch der Gießener Briefmarkensammler-Verein ein Zusammenstellung verschiedenster Banknoten, Briefmarken, Lithografien, Autogrammen und Postkarten vor.

Die Karten stammen überwiegend aus den Jahren 1880 bis 1920 und sind zum Teil richtige kleine Kunstwerke: Denn Lithografien erfordern bis zu 16 Druckgänge. Was zeigen die Karten? "Das, was wir in unserer hektischen Zeit heute oft übersehen", sagte Hans-Peter Manderla zur Ausstellungseröffnung am Mittwoch. Er ist maßgeblich für das Gelingen der aktuelle Ausstellung verantwortlich. "Die Karten zeigen die Landschaften und Natur unseres Mittelhessens."

Aber auch Orts- und Gebäudeansichten sowie interessante Einblicke in die damaligen Lebensverhältnisse sind möglich. Gerade dabei kann man schnell sehen, was die Sammler so an den Karten begeistert - denn sie bieten kleine Einblicke in die Geschichte. Die ältesten Ansichtskarten in der Ausstellung gehören zu den "Correspondenskarten" und stammen aus dem Jahr 1869 - darunter auch eine Ansichtskarte, die Langgöns zeigt.

Auswahl aus 12 000 Autogrammen

Einige Jahrzehnte jünger ist d eine Karte die die Steinstraße in Großen-Linden abbildet, inklusive Zeppelin darüber. Aus dem Jahr 1869 stammt ein Brief in der Ausstellung, der von Langgöns nach Darmstadt versandt wurde.

Doch neben den Postkarten gibt es noch mehr zu sehen: Hans-Peter Manderla hat einige der Autogramme aus seiner Sammlung mitgebracht - diese umfasst mittlerweile über 12 000 Autogrammkarten und Autographen. Darunter auch Unterschriften von Michail Gorbatschow, Space-Shuttle-Crews, dem einstigen österreichischen Bundeskanzler Sebastian Kurz, Ursula von der Leyen, Konrad Kujau - bekannt als Fälscher der "Hitler Tagebücher" - und Manderlas "Namensvetter" Nelson Mandela.

Weitere Sammlerobjekte stammen von Regina Beil, Mark Wedel, Peter Finger, Heinz Wirth und Joachim Daniels und zeigen Ansichtskarten aus Gießen, Exponate der Stadtpost Gießen, Hessentagsbelege und noch mehr. Alle Aussteller sind Mitglieder des 1887 gegründeten Briefmarkensammlervereins. Ein kleiner Hingucker ist auch der Schaukasten zum Deutschen Reich von Dr. Gerhard Flohr - oder wer hat schon einmal eine Einhundert-Millionen-Mark-Briefmarke gesehen?

Die Ausstellung kann noch bis zum 22. November in der Volksbank-Filiale Langgöns, Amtshausstraße 1-3 während der Öffnungszeiten besucht werden.

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