Zahlreiche Spenden für den Wald

  • vonPatrick Dehnhardt
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Langgöns (pad). Dürren, Krankheiten und Borkenkäfer haben im Langgönser Wald erhebliche Schäden angerichtet. Vor einem Jahr rief die Gemeinde Langgöns die Aktion »Bäume für den Klimaschutz« ins Leben, um mit Unterstützung von Bürgern, Vereinen und heimischen Firmen die Lücken im Wald wieder zu schließen. Mittlerweile sind über 25 000 Euro an Spenden eingegangen.

Die Lage im Forst ist dramatisch: »Nahezu alle Fichtenbestände im Langgönser Gemeindewald ab einem Alter von etwa 20 Jahren sind durch massive Dürre- und Borkenkäferschäden bereits tot oder zum Sterben verurteilt«, sagte Bürgermeister Marius Reusch zum Start der Aktion vor einem Jahr. 40 Prozent der Buchenbestände litten unter Buchenschleimfluss, die alten Kiefern wurden Opfer des Diplodiapilzes, der Eichenprozessionsspinner und der Schwammspinner waren an vielen Stellen am Werk. Um die Seuchen einzudämmen, aber auch die Verkehrssicherheit zu erhalten, waren großflächige Fällungen notwendig.

Das dabei geerntete Holz hatte jedoch kaum noch einen Wert, da die Weltmarktpreise bereits vor Corona in den Keller gestürzt waren. Dadurch fehlte Geld, um die Lücken im Wald wieder aufzuforsten.

Die Gemeinde rief darum die Bürger, Vereine und Unternehmen zu Spenden auf. Mit diesen können sie zudem einen Beitrag zum Klimaschutz leisten und proaktiv werden: Statt zum Beispiel auf den geliebten Oldtimer mit hohem Schadstoffausstoß zu verzichten, kann man als Ausgleich Bäume sponsern. »Ein neu gepflanzter Baum nutzt dem Klima durch CO2-Aufnahme und repariert die Schäden der vergangenen Jahre«, sagt Reusch.

Pro 10 Euro ein Baum

Die Aktion stieß auf große Resonanz. Zahlreiche Vereine und Firmen unterstützten die Aktion, ebenso die Bürger. Zuletzt konnte Reusch von Herbert Haub aus Oberkleen 1000 Euro entgegennehmen - dies entspricht einem Gegenwert von 100 Bäumen. »Ich will dem geschädigten Wald eine nachhaltige Hilfe zukommen lassen«, sagte er. Mit seinem Beitrag wurde die Marke von 25 000 Euro geknackt.

Dank der vielen Spenden habe die erste zur Wiederaufforstung vorgesehene Fläche im Wehrholz bereits aufgeforstet werden können, sagt Reusch. »So fahren wir fort. Stück für Stück. Fläche für Fläche.«

Damit die Spenden auch nachhaltig wirken, setzt die Gemeinde bei der Wiederaufforstung auf Bäume, welche die veränderten Klimabedingungen besser vertragen. Geplant sind Mischwälder mit Buche, Eiche, Tanne, Kirsche und Elsbeere. Dabei soll es keine Monokulturen, sondern einen Mix aus zwei bis drei Hauptarten sowie drei bis fünf Nebenbaumarten geben. So will man die neuen Wälder breiter aufstellen.

Natürlich werde es Jahrzehnte dauern, bis aus den kleinen Bäumen ein echter Wald wird, sagt der Bürgermeister. Mancher Spender wird dies vielleicht nicht mehr erleben. »Jedoch haben alle dazu beigetragen, dass auch zukünftige Generationen den Wald so genießen können, wie es frühere Generationen schon immer tun durften.« In dieser Hinsicht ist die Aktion »Bäume für den Klimaschutz« auch ein Generationenprojekt. Zudem hat die Seniorenwerkstatt einen Dankeschön-Baum geschaffen. Rindenstücke, die den Namen der Spender tragen, sind auf diesem aufgeklebt. Er steht im Rathaus.

Wer die Aktion unterstützen möchte: Die Gemeinde Langgöns nimmt Spenden unter dem Stichwort »Aktion Bäume für den Klimaschutz« auf den Konten bei der Volksbank Mittelhessen (IBAN DE45 5139 0000 0015 7412 01) sowie der Sparkasse Gießen (IBAN DE56 5135 0025 0244 0032 03) entgegen. Spendenquittung ab 50 Euro möglich.

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