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André Haußmann vom Team 360 (oben rechts) und Bürgermeister Marius Reusch (unten links) stellen die Steuerungsgruppe vor. SCREENSHOT: CON

Wohin entwickelt sich Langgöns?

  • vonConstantin Hoppe
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Langgöns (con). Wo steuert die Gemeinde Langgöns langfristig hin? Wie kann sie sich weiterentwickeln? Mit Blick auf diese Fragen startete am Freitag ein Online-Treffen als Auftaktveranstaltung für die Erstellung eines integrierten kommunalen Entwicklungskonzeptes (IKEK). Denn im vergangenen Jahr wurde die Kommune als Förderschwerpunkt in das hessische Dorfentwicklungsprogramm aufgenommen.

Eine Chance, nach einer Konzepterstellung öffentliche und private Projekte umzusetzen und somit positive Impulse für die künftige Gemeindeentwicklung zu setzen.

Als Partner hat sich die Kommune die Unterstützung des Fachbüros “Team 360„ aus Gießen gesichert. Dessen Mitarbeiter haben bereits ähnliche Prozesse begleitet und sind mit der Erstellung des Konzepts für Langgöns beauftragt. Auch eine Steuerungsgruppe wurde gebildet, die gemeinsam mit dem Fachbüro und der Verwaltung als Ansprechpartner bei Fragen und Anregungen zur Verfügung steht. In der Steuerungsgruppe finden sich die Ortsvorsteher, Bürgermeister Marius Reusch, Pfarrer sowie Mitglieder der Gemeindevertretung.

Nächste Schritte

Als nächste Schritte stehen eine Bestandsaufnahme sowie die Erstellung eines gesamtkommunalen Leitbildes an, außerdem die Entwicklung öffentlicher Vorhaben und die Planung von Zeit und Kosten möglicher Projekte. Bei all diesen Punkten ist Bürgerbeteiligung gefragt: “Alle Vorhaben sollen gemeinsam mit den Bürgern entwickelt werden„, so Dr. Florian Warburg von der Abteilung ländlicher Raum des Lahn-Dill-Kreises. Dabei geht es vor allem um die Innenentwicklung der verschiedenen Ortsteile. Das erklärte Ziel des nun angestoßenen Verfahrens ist die Erstellung einer Projektliste bis Ende des Jahres, mit der man dann an die Umsetzung gehen kann.

Zumindest der Online-Auftakt wurde von den Bürgern sehr gut angenommen: Mehr als 130 Teilnehmer schalteten sich zu, viele von ihnen brachten über die rund zwei Stunden Veranstaltungsdauer Ideen ein. Beispielsweise zur perspektivische Nutzung des Niederkleener Steinbruchs als Naherholungsgebiet, Begegnungsstätten für Jung und Alt in den Ortsteilen oder die Entwicklung “echter„ Treffpunkte für die Dorfjugend.

Aber auch kritische Punkte wurden angesprochen: “Brauchen wir wirklich mehr Tourismus?„, schrieb einer in den Chat. Ein anderer gab zu bedenken: “Tourismus führt auch immer zu mehr Verkehrsbelastung„. Zwei Aspekte, die gerade in Corona-Zeiten vielen wieder bewusst werden, sind das fehlende Angebot an Läden in den Ortschaften sowie eine unzureichende ÖPNV-Anbindung. Punkte, die in einem IKEK-Verfahren mit einbezogen werden können.

Ein weiteres Thema, das eine Rolle spielen könnte, ist die Demografie. Auch wenn es diesbezüglich sehr gute Nachrichten für die Kommune gibt - verzeichnete man in den vergangenen fünf Jahren doch eine steigende Bevölkerungszahl in allen Ortsteilen und die Alterstrukturverteilung zeigt sich ausgeglichen -, steht man in Langgöns vor Herausforderungen. Der steigende Altersdurchschnitt etwa könnte zu einer Gefahr der “Überalterung„ in einigen Ortsteilen werden, wie Andrea Soboth vom Team 360 erklärte. “Wir wollen die Besonderheiten jedes Ortes herausarbeiten und schauen, was dieser zum Gesamtbild der Gemeinde beitragen kann„, so Soboth weiter. Ein Punkt der bei den Teilnehmern sehr gut ankam.

Öffentliche Ortsbegehungen stehen im Mai auf dem Programm. Deren Durchführung ist allerdings von der pandemischen Entwicklung abhängig. Ebenso wie das für den 25. Juni geplante erste IKEK-Forum, zu dem alle Langgönser eingeladen sind.

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