Urne mit Pfotenabdruck: Tierbestatterin Gabriele Lack zeigt Gefäße, in denen die Asche eines geliebten Haustiers aufbewahrt werden kann. FOTO: PAD
+
Urne mit Pfotenabdruck: Tierbestatterin Gabriele Lack zeigt Gefäße, in denen die Asche eines geliebten Haustiers aufbewahrt werden kann. FOTO: PAD

Tod

Wenn das Haustier stirbt: Gabriele Lack aus Langgöns ist Tierbestatterin

  • Patrick Dehnhardt
    vonPatrick Dehnhardt
    schließen

Wenn das Haustier stirbt, dann schmerzt dies oft genauso wie der Tod eines Angehörigen. Für einen würdevollen Abschied möchte die Lang-Gönser Tierbestatterin Gabriele Lack sorgen.

Über Jahre hinweg hat er mit einem Freud und Leid geteilt. Bei Sorgen und emotionalen Krisen war er der beste Zuhörer, da er nie etwas weiter erzählt hat. Zum Kuscheln war er immer da, unzählige Male hat man mit ihm gespielt. Mit seinen verrückten Aktionen hat er einen zum Lachen gebracht, ab und zu wollte er sogar mit einer toten Maus - liebevoll an der Haustür abgelegt - seinen Anteil zur Versorgung der Familie beitragen. Nun ist der Kater tot. Und als Besitzer wünscht man sich für den geliebten Weggefährten einen würdevollen Abschied. Genau diesen möchte Gabriele Lack anbieten. In Lang-Göns eröffnete sie nun Anubis-Tierbestattungen.

Abholung beim Tierarzt

Wer selbst kein Haustier hat, wird es nicht verstehen können. Wer jedoch eines besitzt oder besaß, der weiß, dass das Tier zum Familienmitglied wird. Und genauso, wie man um jedes Familienmitglied trauert, so trauert man auch um das Haustier. Darum schmerzt Tierbesitzer der Gedanke, dass der Körper ihres toten Lieblings in einer Abdeckerei oder gar dem Hausmüll entsorgt werden soll.

Doch nicht jeder hat die Möglichkeit, die Katze oder den Hund im eigenen Garten beizusetzen. Teilweise ist dies aus Grundwasserschutzgründen sogar verboten - und spätestens bei einem Pferd praktisch unmöglich.

Der Service des Tierbestatters ähnelt in vielen Punkten dem bei einem menschlichen Todesfall üblichen Prozedere. Auf Wunsch holt Lack das verstorbene Tier Zuhause oder beim Tierarzt ab. Selbstverständlich kann man Hund, Katze und Kaninchen auch selbst bei ihr vorbeibringen. Es gibt die Möglichkeit, in einem abgegrenzten Raum noch einmal in Ruhe Abschied zu nehmen. Danach bereitet Lack den Tierkörper für den Transport in das Tierkrematorium in Ludwigshafen vor. Auf Wunsch können die Besitzer die Einäscherung vor Ort in einem speziellen Raum über Monitore verfolgen oder eine auf einem USB-Stick gespeicherte Aufnahme erhalten.

Urne, Armband, Diamant

Es gibt mehrere Varianten, wie nun mit der Asche umgegangen wird. Zum einen besteht die Möglichkeit, dass sie auf einem Tierfriedhof verstreut wird. Wer sich für eine Einzeleinäscherung entschieden hat, kann die Asche bei Lack in Langgöns abholen und zum Beispiel im Garten am Lieblingsplatz des Hundes verstreuen. Es besteht auch die Möglichkeit, sie in einer Urne beizusetzen - dafür hält die Tierbestatterin eigens Gefäße aus vergänglichem Material bereit.

Andere Tierbesitzer bewahren die Asche in einer besonders gestalteten Urne auf. Es ist keine Seltenheit, dass in diesem Gefäß die Asche aller Familienhunde oder -katzen gesammelt wird.

Zudem gibt es spezielle Armbänder oder Anhänger, in welche ein Teil der Asche gefüllt werden kann. So kann der Besitzer seinen Weggefährten weiterhin bei sich tragen. Die wohl teuerste Variante ist, aus der Asche einen Diamant pressen zu lassen. Die Preise für eine Tiereinäscherung sind übrigens deutlich humaner als die für einen Menschen.

Menschen brechen vor Trauer zusammen

Lack hatte schon lange den Wunsch, selbst eine Filiale für Tierbestattungen zu eröffnen, nun ist sie in Lang-Göns diesen Schritt gegangen. Sie selbst hat mehrere Hunde und eine Katze. "Es ist eine wichtige Aufgabe, die Menschen in so einer Situation zu begleiten und den letzten Weg für das Tier würdevoll zu gestalten", sagt sie.

Bei der langjährigen Arbeit in einer anderen Anubis-Filiale hat sie bereits festgestellt, wie unterschiedlich die Menschen mit dem Tod ihres Haustieres umgehen. "Manche Leute wirken sehr abgeklärt. Andere brechen überraschend zusammen." Sie erinnert sich, wie einmal ein über zwei Meter großer und kräftiger Mann vor ihr Stand und plötzlich in Tränen über den Tod seines Hundes ausbrach. "Ich finde es rührend, wenn ein gestandener Mann um seinen Hund Tränen vergießt. Und dafür muss man sich nicht schämen."

Der Beruf sei nicht immer leicht, sagt die Tierbestatterin. Wenn etwa eine Katze bei einem Verkehrsunfall zu Tode kommt, ist dies kein schöner Anblick. Doch gerade in solchen Momenten helfe es den Tierbesitzern sehr, dass jemand da ist, der ihre Gefühle versteht und für einen würdevollen Abschied vom tierischen Weggefährten sorgt.

Gabriele Lack stellt ihre Arbeit bei einem "Tag der offenen Tür" am Samstag, 12. September, von 13 bis 18 Uhr, in der Anubis-Filiale Lang-Göns, Am Mühlberg 10, vor.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare