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Das Paul-Schneider-Freizeitheim im Luftbild. Foto: Henß

Waldnaher Kindergarten?

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Langgöns(se). Ihre Hausaufgaben gemacht haben die Fraktionen im Gemeindeparlament. So hatte in der Augustsitzung des Sozial-, Sport- und Kulturausschusses der Vorsitzende Ahmet Karadag (SPD) dazu aufgefordert, in den einzelnen Fraktionen über eine mögliche Verwendung des Paul-Schneider-Freizeitheimes in Dornholzhausen zu beraten. Dieses Heim wurde von seinem Eigentürmer, dem Kirchenkreis an Lahn und Dill, vorübergehend geschlossen, unter anderem wegen Personalmangels. Dessen Sprecher, Pfarrer Roland Rust, hatte seinerzeit mitgeteilt, dass die vorübergehende Schließung sozusagen als kreative Pause genutzt werden soll, in der inhaltliche und betriebswirtschaftliche Konzepte entwickelt werden, um ein Weiterbestehen des Heims zu ermöglichen. Die Einrichtung hatte zuletzt mit einem jährlichen Defizit von 120 000 Euro zu kämpfen.

179 000 Euro zusätzlich für Kitas

Jürgen Knorz, der Vorsitzende der CDU-/FDP-Fraktion, unterbreitete den Vorschlag, einen Teil der Einrichtung als "waldnahen Kindergarten" zu nutzen. Auch Bürgermeister Marius Reusch hat Überlegungen in diese Richtung angestellt. "Das würde die Kitas vor Ort entlasten", berichtete der Rathauschef, "und das Angebotsspektrum für die Kinderbetreuung ausweiten".

Es müsse kein klassischer Kindergarten sein, aber eine Einrichtung, in der die Kinder Outdoor-Erfahrung sammeln, erklärte Annette Mulitze (Grüne). Kristine Tromsdorf (SPD) stellte in diesem Zusammenhang fest, dass eine Kindertagesstätte den Heimbetrieb in der Woche nicht blockieren dürfe. Ein Betrieb nur am Wochenende reiche nicht. "Es müssen weitere Angebote gefunden werden, um eine Auslastung zu erreichen."

"Mit der Kindertagesstätte kann eine gewisse Grundauslastung erreicht werden", sagte Knorz dazu. Reusch brachte noch einen weiteren Gesichtspunkt ins Spiel. "Hier gibt es eine Küche mit Köchen. Damit könnte man andere Einrichtungen mit abdecken." Denn die bislang genutzte Küche für die Kindergärten stößt an ihre Kapazitätsgrenzen. Auch andere Nutzungen des Heims sind denkbar, etwa Aktivitäten im Rahmen der Ferienspiele oder Zeltlager für Jugendliche. "Wir denken aber nicht daran, die Einrichtung zu übernehmen", stellte Knorz fest. Dieser Ansicht schlossen sich die anderen Ausschussmitglieder an.

Auch in einem anderen Punkt herrschte Einigkeit: Kommt eine Einigung mit der Kirche zustande, dann müsste eine Beziehung über einen längeren Zeitraum vertraglich festgelegt werden. Der Ausschuss sprach einstimmig die Beschlussempfehlung aus, dass der Gemeindevorstand mit der Kirchenleitung über eine Fortsetzung des Betriebes berät und darüber, wie die Gemeinde Langgöns dabei eingebunden werden kann.

Einstimmig sprach sich der Ausschuss dafür aus, an der Jugendförderung des Landkreises Gießen teilzunehmen. Diese war am 14. Oktober dem Ausschuss vorgestellt worden.

Einstimmig stimmte der Ausschuss auch einem Kita-Maßnahmenpaket zu, nach dem die Gemeinde im kommenden Jahr rund 179 000 Euro zusätzlich in die Hand nimmt, um den Bedarf an Kindergartenplätzen abzudecken. "Wir haben zwar nicht mehr Kinder, aber die bleiben länger und intensiver in der Einrichtung", erläuterte der Bürgermeister.

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