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Rebhuhnkette auf einem Feld bei Langgöns.

Vorwitzige Rebhühner zieht es bis in Nachbars Garten

  • VonConstantin Hoppe
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Langgöns (con). Was flitzt denn da über Felder und Wiesen? Bei den taubengroßen, graubraunen Vögeln rund um Niederkleen handelt es sich um Rebhühner. Der Bestand dieser Vögel hat sich dort in den vergangenen Jahren dank der unermüdlichen Arbeit von Landwirten und der Jagdgenossenschaft Niederkleen erholt.

Besondere Fürsorge für gefährdete Art

Rebhühner waren Mitte des vergangenen Jahrhunderts ein häufiger Anblick in der Kulturlandschaft - seit Anfang der 1970er Jahre allerdings ging der Bestand der Tiere in Deutschland stark zurück, schrumpfte auf vermutlich unter 50 000 Brutpaare. Das Rebhuhn wird in der Roten Liste der Brutvögel Deutschlands als stark gefährdet eingestuft.

Darum trat die Niederkleener Jägerschaft unter Führung von Jagdpächter Stephan Faber im Frühjahr 2020 dem »Rebhuhn-Hegering Gießen« bei. Diese Kooperation des Landesjagdverbands und des Landkreises Gießen hat sich die Hege und Förderung des Rebhuhns als Ziel gesetzt. Florian Eisenhardt nimmt mit seinem landwirtschaftlichen Betrieb seit 2020 am Feldflur- Projekt »Gießen Süd« teil, das auf verbesserte Lebensbedingungen von Rebhühnern abzielt: Auf rund zehn Hektar Ackerland wurden »Rebhuhn-Brutplatz-Komplexe« angelegt: Das sind entweder ein- oder mehrjährige Blühflächen, bei denen im Gegensatz zu den bereits vorhandenen Blühstreifen und Flächen ein fünf Meter breiter Streifen frei von Bewuchs gehalten wird.

Die Jägerschaft verpflichtet sich, im Rahmen ihrer jagdlichen Aufgaben eine unverhältnismäßige Verbreitung von Fuchs und Waschbär einzuschränken. Als zusätzliche Hilfe für die Rebhühner werden spezielle Futtereimer an den Flächen bereitgestellt.

Dank des Einsatzes und der langjährigen Erfahrung des Niederkleener Jägers Günther Pfrogner konnte ein kleiner Bestand an Rebhühnern von ursprünglich ein bis zwei Ketten erhalten werden (als Kette bezeichnet man einen Familienverband aus etwa zehn Rebhühnern). Im Februar fand erstmals eine Zählung und Registrierung des Rebhuhnbestands durch den Hegering Gießen im Niederkleener Revier statt. Demnach ist die Zahl dieser Vögel dort auf rund 120 Tiere angewachsen, die sich weitläufig in der Gemarkung verteilen. Einige besonders vorwitzige Rebhuhn-Ketten besuchten sogar feldnahe Hausgärten - herabgefallenes Vogelfutter scheint sie magisch anzuziehen. Um die positive Entwicklung weiter zu gewährleisten, hofft die Jägerschaft auf Unterstützung der Bevölkerung: Insbesondere im Frühjahr zur Brut- und Setzzeit ist es wichtig, bei Spaziergängen auf festen Wegen zu bleiben. Auch von freilaufenden Hunden kann eine Bedrohung für die Tiere ausgehen.

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