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Die Ehrenamtlichen verladen zwölf Tonnen Hilfsgüter, die nach Borispol in der Ukraine gebracht werden. FOTO: CON

Vorletzter Transport unterwegs

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Langgöns(con). Vor 30 Jahren nahm in Langgöns mit dem Arbeitskreis "Leben nach Tschernobyl" ein wahres Erfolgskonzept seinen Anfang: Bereits im ersten Jahr des Bestehens des Arbeitskreises machte sich schon die erste Hilfslieferung auf den Weg in die Ukraine, um Menschen zu unterstützen, die durch den Reaktorunfall von Tschernobyl nahezu alles verloren hatten. Nun will der Arbeitskreis seine Arbeit einstellen.

Seit 1990 wurde die Hilfe massiv ausgebaut: "Der erste Transport hatte einen Wert von rund 2850 DM - bis heute haben wir mit 41 Transporten einen zweistelligen Millionenbetrag an Hilfsgütern nach Borispol gebracht", berichtete Gerhard Keller, der den Arbeitskreis vor 30 Jahren mit ins Leben gerufen hat. Am Samstag machte sich der 41. und vermutlich vorletzte Transport auf den Weg in die Ukraine. "Wir werden alle eben nicht jünger", sagte Keller. Der nächste und damit letzte Transport geht am 17. April an den Start.

Neben der humanitären Hilfe war dem Verein auch die politische Arbeit in den vergangenen 30 Jahren wichtig: Seit den Anfängen setzt sich der Arbeitskreis gegen die Atomkraft ein. Im Zentrum stand immer die Hilfe für die Menschen vor Ort. "Wir hätten am Anfang nie gedacht, dass wir das so erfolgreich machen können", sagt Gerhard Keller am Samstag, während die ehrenamtlichen Helfer erneut rund zwölf Tonnen Hilfsgüter in den bereitstehenden Laster packen. Rund 1200 Säcke und Kartons mit Kleidung, Verbrauchsmaterial für das Krankenhaus in Borispol und auch ein Bett für die Klinik befindet sich darunter. "Auch wenn der Abschied schwer fällt - unser Arbeitskreis hat länger durchgehalten als die meisten anderen Hilfsgruppen."

Natürlich wäre es das Schönste für die heutigen Helfer, wenn sich Nachfolger finden würden, die den Arbeitskreis am Leben erhalten, aber das halten sie für eher unwahrscheinlich. So ist das Jahr 2020 auch ein Abschiedsjahr. Nach dem nächsten Hilfstransport plant der Arbeitskreis im Sommer eine Abschiedsfahrt nach Borispol. Am Sonntag, dem 18. Oktober, ist ab 10 Uhr ein Festgottesdienst in der evangelischen Kirche in Lang-Göns geplant, ab 19 Uhr steht dann ein Fest "Drei Jahrzehnte Arbeitskreis" im Bürgerhaus in Lang-Göns an.

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