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Funkenmariechen Alea Heinz zeigt ihr Können, Waltraud Kraffert steigt in die virtuelle Bütt. SCREENSHOTS: PAD

Von wirkungslosen Dämmen und unbekannten Dorfplätzen

  • vonPatrick Dehnhardt
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Langgöns (pad). Am 25. Februar 1981 lud die Gemeinde Langgöns erstmals zu einer Seniorenfaschingssitzung ein. Das ist 40 Jahre her und wäre eigentlich ein Grund zum Feiern - wenn Covid-19 dem nicht einen Riegel vorschieben würde. Da man aber in Langgöns derzeit ein Glasfasernetz verlegt, hat man sich gedacht »Warum das nicht auch närrisch nutzen?« und zu einer Online-Seniorensitzung eingeladen.

Online und Senioren? Doch, das funktioniert: Am Mittwochabend um 17.11 Uhr wurde der Link zum Youtube-Video-Sitzung auf der Gemeinde-Internetseite www.langgoens- web.de scharf gestellt, um 21.11 Uhr war der Clip bereits 111-mal angeschaut worden - das kann sich sehen lassen.

Über 50 Aktive wirkten vor und hinter den Kulissen mit. Bürgermeister Marius Reusch dankte ihnen in seinem Grußwort und äußerte den Wunsch, dass die Online-Alternative »Freude in die Wohnzimmer bringt«. Federführend waren die Gemeinde und der Carnevals Club Dornholzhausen.

Rosemarie Schimpf hatte sich im letzten Jahr in den närrischen Ruhestand verabschiedet. Aufgrund der ernsten Lage verkündete sie ihren »Rücktritt vom Rücktritt«. Die Pandemie war eines ihrer Themen: »Lockdown - zu Deutsch Ausgangssperre. Warum sagt man das nicht auf Deutsch?« Zunächst habe sie sich gewundert, warum die Leute Klopapier horteten. Dann wurde ihr aber klar, dass viele die eigenen Kochkünste realistisch einschätzten und daher für etwaige Magenprobleme vorsorgten. Früher habe sie sich noch beschwert, dass ihr Mann immer vom Fußball abends nicht heimkam. Nun vermisse sie die Zeit - denn da konnte sie ungestört Fernsehen gucken.

Waltraud Kraffert warf in ihrer Büttenrede einen kritischen Blick auf das Juni-Hochwasser. »Für Millionen hat man hier in den Dörfern einen Staudamm gebaut, 2007 sogar Probe gestaut. Doch unsern Staudamm kann man vergessen, die tun damit nur Regen messen.« Der Wasserverband bekam dabei gehörig sein Fett weg. Die Anlage sei auf ein Jahrhunderthochwasser eingestellt, »nur so lange können wir nicht warten«.

Frau Räum (Petra Führer) berichtete von der Diskussion um den geplanten Anbau ans Feuerwehrhaus, gegen den sich ein Kritiker zu Wort meldete, da dieser auf dem Dorfplatz errichtet würde: »Des hat von uns goar keener gewisst, dass des unser Dorfplatz ist.«

Als Funkenmariechen zeigten Vanessa Rannow und Alea Heinz ihre Tanzküste - coronakonform tanzen die ja jeweils allein. Die Tänzerinnen der Mittleren Garde und die Garde des CCD tanzten jeweils im heimischen Wohnzimmer, die Aufnahmen wurden zusammengeschnitten. Die Gruppe »Blue 2« sang ein Lied über das Dorfwappentier.

Närrische Gäste waren Fabienne Weber von den »Mollys« und das Gießener Prinzenpaar. Sentimental wurde es bei einem Rückblick auf 40 Jahre Seniorenfasching. Die virtuelle Seniorensitzung kann noch bis Aschermittwoch im Internet aufgerufen werden.

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