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Die »Superzwei« Jakob Friedrichs (l.) und Volker Schmidt-Bäumler überzeugen mit hintersinnigem Humor, zeigen aber auch ihre romantische Seite.

Verkünder positiven Blödsinns

Langgöns (bf). Die Zahl zwei spielte am Reformationswochenende in der Lang-Gönser Jakobuskirche eine besondere Rolle: Dort hatte das hessische Musik-Comedy-Duo »Superzwei« zwei Auftritte. »Schmittie & Jay« - das sind Volker Schmidt-Bäumler und Jakob Friedrichs - gaben am Samstagabend ein »Wohnzimmerkonzert« und gestalteten am Sonntag im Rahmen der Reihe »Sonntagsma(h)l anders« einen humorvollen Gottesdienst zum Thema Sehnsucht und der Frage, was die Menschen im Leben antreibt.

Anschließend gab es ein gemeinsames Mittagessen. Zu beiden Veranstaltungen hatte die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Lang-Göns eingeladen, sodass alle Besucher keinen Eintritt zahlten.

»Der Reformationstag ist der richtige Anlass, um wieder durchzustarten, keine Sorge, ich werde weder singen noch Gitarre spielen«: Mit diesen launigen Worten begrüßte Pfarrer Achim Keßler am Samstagabend das Publikum. Anschließend übernahmen die »Rock ’n’ Roller der Kirchenkabarettszene« die Regie und ihr Publikum mit auf eine musikalisch-humorvolle Reise.

Die beiden Künstler sind seit 1987 live unterwegs und gehören zu den Höhepunkten der kirchlich-christlichen Kulturszene. Sie gelten als Verkündiger des positiven Blödsinns mit und ohne Hintersinn im deutschsprachigen Raum.

Zum Einstieg erinnerten »Superzwei« an ihren letzten Auftritt vor zehn Jahren am Reformationswochenende in der Jakobuskirche. Es stellte sich heraus, dass viele Zuschauer damals dabei waren. Seinerzeit präsentierten die Künstler Songs und skurrile Comedy-Einlagen.

Diesmal lag der Schwerpunkt auf Musik, die auch einen Querschnitt aus den Programmen der vergangenen 34 Jahre bot. Bei ihren »Wohnzimmerkonzerten« stehen die Songs im Mittelpunkt, weniger die komödiantischen Einlagen, weil sich die beiden dafür verkleiden müssten, »und das ist im Wohnzimmer ja schlecht möglich«.

Den Auftakt machte der Song »Schönheitschirurgie«, zu eingängigen Rhythmen heißt es darin: »Schönheitschirurgie, schön sein wie noch nie… Kauft euch die schöne neue Welt für euer Geld… Ich hab so Schmerzen im Gehirn vom Gradeklopfen meiner Stirn, doch da ich jetzt vor Schönheit strahl, is' mir das egal!«

Die Zuschauer genossen die humorvollen und oft politisch unkorrekten Texte. »Superzwei« nahmen auch in ihren Zwischenmoderationen kein Blatt vor den Mund: »Das Wohnzimmer heute hier ist etwas größer und frischer. Habt ihr die Rechnung nicht bezahlt in Lang-Göns?«, fragten die beiden bezogen auf die Temperaturen in der Kirche. Doch die taten der guten Stimmung und der entspannten Atmosphäre keinen Abbruch. Es war ein Abend ein bisschen wie bei guten, alten Freunden.

Wie war das mit der ersten Liebe?

Das Duo karikierte verschiedenste Facetten des Lebens, griff dabei unterschiedlichste Themen auf, beispielsweise die erste unerhörte Liebe, hier heißt sie Jaqueline: »Ich war grad erst 15 und du warst schon ein Jahr älter. Auf der Party, wo ich dich traf, trankst du Sekt und ich noch Selters.« Viele Jahre später trifft er Jaqueline wieder und versteht nicht mehr, was er damals an ihr fand: »Und ich denke still bei mir: Was fand ich nur an dir? Was bin ich für’n Idiot - die is’ ja dumm wie Brot!« Auch der Star-Rummel oder pubertierende Jugendliche wurden hochamüsant aufs Korn genommen.

Schmittie & Jay zeigten aber auch ihre romantisch-nachdenkliche Seite und philosophierten über Fragen wie »Wie klingt es, wenn ein Herz bricht?« oder »Welche Farbe hat die Liebe?«.

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