Langgöns

Unbekannte legen Wurzelstock auf Mountainbikestrecke - Fahrer verletzt

  • VonPatrick Dehnhardt
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Unbekannte haben bei Langgöns ein Hindernis in einen Mountainbike-Trail gelegt und einen schweren Sturz der Biker in Kauf genommen.

Der Mountainbiker ist mit seinem Rad im Wald unterwegs - abseits der legalen Wege. Kleine Hindernisse wie Baumwurzeln und Steine, aber auch angelegte Sprünge machen die Strecke erst so richtig interessant. Schließlich hebt er zu einem Sprung ab, den er schon zigmal gemacht hat. Mitten in der Luft bemerkt er, dass diesmal etwas anders ist als sonst: Da, wo er landen will, liegt ein Wurzelstock.

Der Biker kann nur mit Mühe und Not verhindern, dass er auf das Hindernis fällt. Er bleibt jedoch an dem Wurzelstock hängen, kommt zu Fall. Mit Prellungen und Abschürfungen endet das Ganze noch glimpflich. Ein Sturz direkt auf den Wurzelstock hätte schwerere, wenn nicht sogar lebensgefährliche Verletzungen nach sich ziehen können.

Was wie die Handlung aus einem Film klingt, ist so am 14. Juni im Langgönser Wald geschehen. Im Rathaus ist man über das Ereignis erschrocken. »Da hat jemand Selbstjustiz geübt«, sagt Bürgermeister Marius Reusch. »Da hört der Spaß auf.«

Die betroffene Mountainbikestrecke sei illegal angelegt worden, sagt Reusch noch. »Das Fahrradfahren im Wald ist aus nachvollziehbaren Gründen verboten.« Die Tiere würden gestört, die Natur teils zerstört. Zudem sei der Wald grundsätzlich kein öffentliches Gelände. Besucher und Radfahrer müssen sich daher an die ausgewiesenen Wege halten.

Reusch spricht von Anschlag

Die Mountainbiker hätten trotz Verbotshinweisen vonseiten der Gemeinde die Strecke kontinuierlich erweitert. Dagegen vorzugehen obliege jedoch dem Grundstückseigentümer oder der Verwaltung »und nicht unbeteiligten Dritten«, sagt Reusch. »Es dürfen keine Menschen in Gefahr gebracht werden, auch wenn ihr Verhalten ein Ärgernis darstellt. Derartige Anschläge werden auf das Schärfste verurteilt.«

Der Wurzelstock sei so platziert worden, dass er von den Radlern nicht hätte gesehen werden können. Die Täter hätten somit die Verletzungen der Mountainbiker billigend in Kauf genommen.

Die Gemeinde Langgöns bittet nun Zeugen, die beobachtet haben, wie der Wurzelstock auf die Strecke gelegt wurde, sich zu melden (gemeinde@langgoens.de). Bürgermeister Reusch kündigte zudem an, dass besagte illegale Strecke nun unbefahrbar gemacht werden soll. Gleichzeitig will man den Bikern die Möglichkeit bieten, den Sport auf legalem Terrain nachzugehen. Es gibt die Idee, in Abstimmung mit dem Forst einen legalen Trail zu eröffnen.

Der Langgönser Fall weckt Erinnerungen an die Ereignisse am Dünsberg vor anderthalb Jahren: Dort hatten im Januar 2020 Unbekannte Drähte über einen Trail gespannt und schwere Verletzungen der Nutzer in Kauf genommen.

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