Die Kirche mit ihrem mächtigen Wehrturm prägt das Ortsbild von Oberkleen. FOTO: CON
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Die Kirche mit ihrem mächtigen Wehrturm prägt das Ortsbild von Oberkleen. FOTO: CON

Stolzes Jubiläum in Oberkleen

  • vonConstantin Hoppe
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Langgöns(con). Die Oberkleener Kirche besteht 250 Jahre - das sollte am vergangenen Wochenende eigentlich groß gefeiert werden. Doch wie bei so vielem im Jahr 2020 machte Corona auch den Oberkleenern einen Strich durch die Rechnung.

Allerdings: Ganz so sang- und klanglos sollte das Jubiläum nicht erfolgen. Der Heimat- und Geschichtsverein Oberkleen sorgte dafür, dass eine kleine Ausstellung über den Bau und die Geschichte des Gotteshauses ihren Platz im Wehrturm des Kirchenbaus fand. Diese konnte entweder von den Besuchern des sonntäglichen Gottesdienstes besucht werden oder nachmittags zwischen 15 und 17 Uhr.

Schutz bei Gefahr

Die heutige Kirche in Oberkleen wurde am 7. Oktober 1770 eingeweiht. Das Gebäude war der Ersatz für das alte Kirchenschiff, das zwischen 1450 und 1500 erbaut wurde. Das alte Kirchengebäude musste 1767 aufgrund baulicher Mängel abgerissen werden - lediglich der mächtige Wehrturm blieb erhalten. Er prägt auch heute noch das Ortsbild; vermutlich könnte sich heute kein Oberkleener seinen Heimatort ohne diesen Turm vorstellen.

Dessen obere Stockwerke waren Fluchträume mit Schießscharten, in die man sich bei Gefahr zurückziehen konnte. Im Gegensatz zu heute erstreckte sich das Kirchenschiff des Vorgängerbaus jedoch in westliche Richtung vom Wehrturm weg, nicht in östliche. Komplett verschwunden ist der alte Bau nicht: Seine Baumaterialien wurden bei der Errichtung der neuen Kirche wiederverwendet.

1765 sorgte der Neubau auch für die Trennung der Oberkleener Gemeinde von der Cleeberger Gemeinde: Letztere war ursprünglich eine Filialgemeinde von Oberkleen. Als der Neubau anstand, wollte sich Cleeberg nicht an den Kosten von rund 4000 Gulden beteiligen - die Trennung der Gemeinden war die Folge.

In den vergangenen 250 Jahren war die Oberkleener Kirche Schauplatz unzähliger Geburten, Eheschließungen und Trauerfeiern, Feste und Gottesdienste. Nicht zu vergessen: Am 18. Februar 1781 wurde hier der spätere Pfarrer und Freiheitskämpfer Friedrich Ludwig Weidig getauft - er starb am 23. Februar 1837 in Darmstadt in Kerkerhaft.

In den vergangenen Jahrzehnten standen immer wieder Arbeiten an der Kirche an: Die letzte Außenrenovierung erfolgte 1983, ein Jahr später wurde der Innenraum saniert. Der Kirchturm folgte 2005 .

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