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Auch mit Corona-Abstand finden viele Zuschauer auf der Stehplatztribüne unter der neuen Beschattungsanlage Platz.

Stadiongefühle in Lang-Göns

  • VonPatrick Dehnhardt
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Langgöns (pad). Während in Linden noch über den Beitritt zur Charta der Klimaschutzkommunen diskutiert wird, profitiert Langgöns bereits von dem Programm - und dies auch an Stellen, wo man es zunächst nicht erwarten würde. Ein Beispiel ist die neue Überdachung der Stehplatztribüne am Kunstrasenplatz im Kernort Langgöns.

Der TSV hatte sich dort schon seit langer Zeit ein Dach gewünscht. Denn bei Sonnenschein wurden die Besucher auf dem Betonpflaster gegrillt, bei Regen fehlte eine Unterstellmöglichkeit. Noch häufiger als bei Spielen fiel dies beim Trainingsbetrieb ins Gewicht - denn die Nachwuchsmannschaften brauchen einen Platz am Spielfeldrand, wo sie ihre Sachen und Getränke unterstellen können.

Martin Lüdge, Abteilungsleiter Fußball, berichtete, dass man zunächst eine Förderung über den Sportbund beantragen wollte. Diese hätte ein Viertel der Kosten betragen. Klimaschutzmanagerin Susanne Müller hatte da eine bessere Idee: 90 Prozent Förderung aus dem Programm für kommunale Klimaschutz- und Klimaanpassungsprojekte. Da sagten weder TSV noch Gemeinde Nein.

Statt einem klassischen Dach wurde eine Verschattungsanlage errichtet. Der Unterschied ist, dass die Dachplatten das Sonnenlicht zu 45 Prozent absorbieren und nur den Rest durchlassen. So bleibt es darunter schön hell, die Anlage wirkt leichter und freundlicher. Außerdem kann sich die Pflasterfläche nun nicht mehr so stark wie vorher aufheizen.

Da es durch den Klimawandel zu längeren Hitzeperioden mit strahlendem Sonnenschein kommt und dies Auswirkungen auf den Spiel- und Trainingsbetrieb hat - etwa, weil die Zuschauer am Spielfeldrand leichter einen Hitzschlag oder Sonnenbrand bekommen - ist das Projekt förderfähig.

Das Dach hat eine Größe von 80 Quadratmetern und hält auch einem stärkeren Schneefall problemlos stand. Es passt sich optisch gut in das Ensemble mit Sportplatz und Bürgerhaus ein.

Neben Klimaschutzmanagerin Müller trieb vonseiten der Fußballabteilung Günther Bensel das Projekt voran. Er verstarb indes nach kurzer schwerer Krankheit im Frühjahr, konnte dadurch die Fertigstellung nicht mehr miterleben.

Bauherr war die Gemeinde. Bürgermeister Marius Reusch lobte die harmonische Zusammenarbeit sowie Klimaschutzmanagerin Müller. Die beiden ehemaligen Fußballer Volker Wiegel und Steffen Heußner hatten die baulichen und organisatorischen Aspekte sowie die Statik im Blick.

Den Zuschlag für den Bau erhielt das Langgönser Unternehmen Helmut Grosse Metallbau. Durch Eigenleistungen der Vereinsmitglieder wurden die Gesamtkosten reduziert.

35 000 Euro Baukosten

Diese beliefen sich am Ende auf 35 000 Euro, von denen der TSV nur 3500 Euro tragen musste. Diese Summe ist dank der Spenden von örtlichen Firmen und Vereinsmitgliedern bereits zusammengekommen, bedankte sich Lüdge bei den Unterstützern.

Neben der Überdachung erhielten die Stehplatztribüne und das Vereinsheim auch einen Internetanschluss. Dieser ist mittlerweile für die digitale Spielererfassung und Ergebnisweitergabe notwendig und bietet zudem praktische Anwendungsmöglichkeiten für die dritte Halbzeit.

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