Das Waldstück Wehrholz zwischen Lang-Göns und Niederkleen (Archivfoto) soll als erstes Projekt mit den Spendengeldern wiederaufgeforstet werden. FOTO: SE
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Das Waldstück Wehrholz zwischen Lang-Göns und Niederkleen (Archivfoto) soll als erstes Projekt mit den Spendengeldern wiederaufgeforstet werden. FOTO: SE

Spenden für den Wald

  • Patrick Dehnhardt
    vonPatrick Dehnhardt
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Langgöns(pad). Krankheiten und Schädlinge profitieren vom Klimawandel. Sie haben für große Lücken in den Langgönser Wäldern gesorgt. Die Gemeinde will diese nun wiederaufforsten und hat unter dem Motto "Bäume für den Klimaschutz" eine Spendenaktion ins Leben gerufen.

"Nahezu alle Fichtenbestände im Langgönser Gemeindewald ab einem Alter von etwa 20 Jahren sind durch massive Dürre- und Borkenkäferschäden bereits tot oder zum Sterben verurteilt", berichtet Bürgermeister Marius Reusch. Der Buchenschleimfluss habe 40 Prozent der wertvollen Altbuchenbestände befallen. Und die alten Kiefern seien vom Diplodiapilz befallen. "All diese Erkrankungen sind infolge der Dürrejahre 2018 und 2019 massiv aufgetreten." 15 bis 20 Prozent des Langgönser Waldes sind geschädigt.

Großflächige Fällungen wurden notwendig, um die Krankheiten und den Parasitenbefall einzudämmen, aber auch um die Verkehrssicherheit der Wege gewährleisten zu können. Schließlich soll kein Spaziergänger von einem toten Baum erschlagen werden.

Beitrag zum Klimaschutz leisten

Gleichzeitig ist der Holzpreis in den Keller gestürzt. Darum stehen hohen Kosten für die Fällung der kranken Bäume niedrige Einnahmen aus dem Holzverkauf gegenüber. Um die Lücken im Wald zu schließen, holt die Gemeinde Langgöns nun die Bürger ins Boot: Sie ruft zu einer großen Spendenaktion für den Wald auf.

Die Grundidee ist, dass die Bürger damit einen kleinen Beitrag zum Klimaschutz leisten können, erklärt der Bürgermeister. Statt Menschen zum Verzicht zwingen zu wollen, könnten sie proaktiv werden: "Ein neu gepflanzter Baum nutzt dem Klima durch CO2-Aufnahme und repariert die Schäden der vergangenen Jahre", sagt Reusch. Die Bürger könnten so ihre eigene Ökobilanz verbessern.

Mit der Pflanzaktion soll sich der Langgönser Wald verändern. "Trockenheit erfordert andere Baumarten", sagt Reusch. Geplant sind Mischwälder mit Buche, Eiche, Tanne, Kirsche und Elsbeere. Ein Mix aus zwei bis drei Haupt- und drei bis fünf Nebenbaumarten sorge dafür, dass die Bestände Klimaextremen besser standhalten können. "Dies minimiert zudem das Risiko des Totalausfalls, falls eine Baumart den Hitze- und Trockenstress schlechter erträgt als gedacht."

Die Gemeinde ruft sowohl ortsansässige Betriebe als auch Privatpersonen zur Unterstützung auf. Als Richtwert für einen Baum, inklusive Pflanzung und Pflege, nennt die Gemeinde zehn Euro.

Zunächst soll das Waldstück Wehrholz zwischen Lang-Göns, Dornholzhausen und Niederkleen wiederaufgeforstet werden. Die Forstarbeiter werden im Herbst die Bäume setzen.

Die Gemeinde denkt zudem darüber nach, eine Pflanzaktion mit den Bürgern auszurichten. Dies sei auch im Rahmen von Hochzeiten oder Geburtstagen möglich, sagt der Bürgermeister.

Die Gemeinde Langgöns nimmt Spenden unter dem Stichwort "Aktion Bäume für den Klimaschutz" auf den Konten bei der Volksbank Mittelhessen (IBAN DE45 5139 0000 0015 7412 01) sowie der Sparkasse Gießen (IBAN DE56 5135 0025 0244 0032 03) entgegen. Spendenquittung ab 50 Euro möglich.

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