Kürzlich bahnten sich Schlammmassen ihren Weg durch Dornholzhausen. Die waren am Mittwochabend ebenso Thema im Umweltausschuss wie das Hochwasser in der Nacht auf Sonntag in Niederkleen. FOTO: PM
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Kürzlich bahnten sich Schlammmassen ihren Weg durch Dornholzhausen. Die waren am Mittwochabend ebenso Thema im Umweltausschuss wie das Hochwasser in der Nacht auf Sonntag in Niederkleen. FOTO: PM

Sorgen in Niederkleen

  • vonConstantin Hoppe
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Langgöns(con). Das Gemeindegebiet war in den vergangenen Wochen mehrfach vom Unwetter betroffen. So gab es Schlammlawinen in Dornholzhausen und Oberkleen sowie vollgelaufene Keller und ein Hochwasserereignis in Niederkleen. Und in Cleeberg wurde die Schulstraße in den letzten vier Wochen wiederholt von einer Schlammlawine erfasst. Deshalb wurde das Thema Hochwasserschutz kurzfristig auf die Tagesordnung des Langgönser Umwelt- und Verkehrsausschusses gesetzt.

Dabei stand besonders das Hochwasser in Niederkleen am vergangenen Sonntag im Fokus: "Es war eine extreme Situation, die sich da nachts ereignet hat", sagte Bürgermeister Marius Reusch und berichtete über die Ereignisse der Nacht. Starkregen führte dazu, dass die Pegel des Kleebachs immer weiter anstiegen und dieser schließlich über die Ufer trat. Teile des Niederkleener Ortskerns standen in der Folge unter Wasser.

Ein Grund für die schwierige Situation im Ort war aus Sicht des Bürgermeisters unter anderem ein Zuständigkeitsstreit an der Wasserregulierung am Damm vor Niederkleen: "Gegen 1.30 Uhr wurde die Situation immer schwieriger, und die Feuerwehr wandte sich an den Notdienst des Wasserverbandes", berichtete Reusch. Von dort sei die Aussage gekommen, dass der Wasserdurchfluss nicht reguliert werden dürfe. Erst gegen 4 Uhr trafen laut Bürgermeister Mitarbeiter des Wasserverbandes ein und regulierten am Wehr, woraufhin der Wasserstand im Dorf deutlich abnahm. "Da stand der Ort aber schon halb unter Wasser", sagte Reusch. "Das kann so nicht sein."

Mittlerweile sei die Frage Zuständigkeit geklärt, um eine Wiederholung zu vermeiden. Zudem wurde Kontakt mit einem Ingenieurbüro aufgenommen, um weitere schnell umsetzbare Dinge zu erörtern.

Bachbett säubern

Außerdem soll darüber gesprochen werden, wie man solchen Schlammlawinen vorbeugen kann. Für Niederkleen wird als eine Maßnahme bereits jetzt ins Auge gefasst, das Bachbett des Kleebachs im Ortsbereich umfassend zu räumen. Dort sorgen Steine, Pflanzen und Ablagerungen dafür, dass nicht so viel Wasser durchfließen kann, wie eigentlich berechnet. Das gehe aber nur auf Kosten der Natur. "Es ist immer eine Abwägung zwischen Natur- und Hochwasserschutz", sagte Reusch.

Wie dringlich das Thema ist, zeigten die Besucher der Sitzung, die ihre Interessen und Bedenken vorbrachten. Wichtig sei es jetzt, das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung wiederherzustellen. "Die Sorgen in der Bevölkerung sind groß", sagte Ortsvorsteher Christoph Meywald.

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