+
Es ist ungewiss, wie es mit dem Projekt "Selbst.Ständig! leben in Langgöns" mit Mitarbeiterin Elke Böckler weitergeht.

"Selbst.Ständig!" in der Schwebe

Langgöns (srs). Es ist ein Vorzeigeprojekt der Gemeinde: Hunderte Senioren profitieren von der Initiative "Selbst.Ständig! leben in Langgöns", so besuchen sie beispielsweise regelmäßig Mittagstische der Initiative in allen Ortsteilen. "Es ist etwas Wertvolles entstanden", sagt Bürgermeister Marius Reusch. Und doch steht die Zukunft des Projekts in der Schwebe.

"Wir haben noch keine Idee, wie es nach dem 31. Oktober weitergehen kann", stellte Ahmet Karadag (SPD), Vorsitzender des Sozialausschusses, am Dienstag fest. Der Bürgermeister erklärte: "Wir stehen unter Handlungsdruck."

Nach drei Jahren sind die Fördermittel der Deutschen Fernsehlotterie und des Deutschen Hilfswerks ausgelaufen. Gespräche mit der AWO Hessen-Süd über eine zukünftige Finanzierung verlaufen laut Reusch schleppend. Für ein Jahr würde die AWO die Hälfte der Kosten in Höhe von insgesamt 40 000 Euro übernehmen, die Gemeinde soll die andere Hälfte tragen. "Wir haben von der AWO schriftlich, dass sie ab Oktober 2020 aus der Förderung aussteigt." In Gesprächen sei ihm aber signalisiert worden, "dass man über eine weitere Finanzierung doch reden kann." Klärung gebe es erst Ende Juni.

Am kommenden Montag wollen die Langgönser Fraktionen im Haupt- und Finanzausschuss über die Zukunft der Initiative diskutieren. Ziel der Initiative ist, dass Bürger auch im hohen Alter so lange wie möglich im gewohnten Umfeld selbständig leben können. Einig sind sich die Fraktionen darin, dass sie auf das Projekt nicht verzichten wollen. "Es soll nicht abgewürgt werden", sagt der Bürgermeister. Allerdings zeichnet sich ab, dass es neu organisiert werden soll. "Es hat sich vom Ziel der Quartiersentwicklung entfernt", sagt Reusch. Marianne Wander vom Gemeindevorstand erklärt, Pflegeberatung sei eigentlich Aufgabe von Wohlfahrtsverbänden und privaten Anbietern. Mit derartigen Angeboten der AWO im Rathaus - möglicherweise auch noch finanziert durch die Kommune - verletze man das Neutralitätsprinzip "in hohem Maße".

Es sei problematisch, dass ein Projekt sich mit Fördermitteln etabliere und nach Auslaufen der Gelder die Gemeinde in der Verantwortung stehe. "Wir können es in drei Monaten nicht klären", sagte Karadag. Auch die Mitarbeiter des Projekts verdienten Klarheit. "Das Problem ist die Ungewissheit."

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare