Lärmschutz A 45

Schrottplatz von Willi Eimer hofft vergeblich auf Lärmschutzwand an der A 45

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  • Patrick Dehnhardt
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Die Autobahn 45 verläuft in Lang-Göns direkt hinter dem Schrottplatz von Willi Eimer. Trotz des Lärms wird es auf dieser Seite der Autobahn keine Lärmschutzwand geben.

Mit dem geplanten Ausbau der Autobahn 45 wuchs in Lang-Göns die Hoffnung: Kommt die seit Jahrzehnten ersehnte Lärmschutzwand? Während Hessen Mobil bei der Vorstellung der Pläne dies für die Bewohner des Kernortes bejahen konnte, hat sich die Hoffnung für die Höfe und Gewerbetreibenden jenseits der Talbrücke zerschlagen. Eine von ihnen ist die Autoverwertung Eimer.

Willi Eimer sitzt in seinem Büro, blickt aus dem Fenster hinaus auf den Schrottplatz. Direkt hinter den letzten Reihen ausrangierter Autos verläuft die Autobahn. Laster um Laster rauscht vorbei. Immer wieder ist ein "Klong-Klong"-Geräusch zu hören, wenn die Fahrzeuge über den Übergang zur Brücke rollen. "Früher standen noch hohe Bäume zwischen uns und der A 45, da war es im Sommer viel ruhiger." Doch diese sind bereits vor einiger Zeit gefällt worden.

Autobahn übertönt Schrottpresse

Ein Mitarbeiter transportiert mit dem Stapler ein altes Auto in die Schrottpresse. Diese schließt sich und zerquetscht es. Man hört weder die Presse noch den Stapler arbeiten – denn die Autobahn übertönt alles. Eimer schüttelt den Kopf. Er zieht einen Ordner mit Messprotokollen aus dem Regal. Die Berufsgenossenschaft fordert von seinem Betrieb, dass die Lärm-Emissionen der Maschinen regelmäßig untersucht werden. "Und was ist mit dem Lärm der Autobahn?", fragt er.

Seine Mitarbeiter sind teils acht Stunden draußen, er selbst manchmal auch zehn Stunden im Betrieb. "Es geht mir um die Gesundheit unserer Leute", sagt Eimer. Einige Mitarbeiter seien aufgrund des Dauerlärms von der A 45 bereits krank geworden. Doch der Lärm wird auch nach dem Neubau der Talbrücke bleiben.

Wand würde eine Million Euro kosten

Die Straßenverkehrsbehörde Hessen Mobil erklärt, dass man bereits von einem Gutachter eine schalltechnische Untersuchung für den Bereich habe anfertigen lassen. Dieser habe den zu erwartenen Lärm nach dem Brückenbau berechnet. An fünf Wohnhäusern nördlich der Brücke werde der Grenzwert dann bei ungünstigen Wetterverhältnissen nachts um 3,1 Dezibel überschritten. Sie haben daher den Anrecht auf kostenlosen Einbau von Lüftungsanlagen und Lärmschutzfenstern. An einem Hof werde der Grenzwert von 64 Dezibel auch tagsüber knapp überschritten. "Für diesen einen Fall der Überschreitung des Tagesgrenzwertes wäre der Bau einer rund eine Million Euro teuren Lärmschutzwand unverhältnismäßig", teilte Hessen Mobil mit. Der Eigentümer habe stattdessen einen Schadenersatzanspruch.

Und der Schrottplatz? Da es sich um ein Gewerbegebiet handelt, gilt hier ein Grenzwert von 69 Dezibel – der rechnerisch nicht erreicht werde.

Eine Messung, wie viel Lärm nach dem Brückenbau tatsächlich vorhanden ist, ist übrigens nicht vorgesehen – da hier alle Umgebungsgeräusche einfließen würden. Diese Messungen würden zudem vor Gericht nicht anerkannt.

Eimer würde sich wünschen, dass man wenigstens in Höhe des Schrottplatzes eine Lärmschutzwand errichtet, um die Folgen für sein Personal zu mindern. "Wir sind ja keine Menschen zweiter oder dritter Klasse."

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