age_eimer_8789b_220421_4c
+
Die Firma Willi Eimer in Langgöns ist für ihre Autoverwertung bekannt. Während das Kerngeschäft derzeit etwas schlechter läuft, hat man im Containerdienst deutlich mehr zu tun als bisher.

Autoverwerter

Rückgang im Kerngeschäft, Zuwachs beim Containern

  • Alexander Geck
    VonAlexander Geck
    schließen

Die Corona-Pandemie bekommen auch die Autoverwerter zu spüren. Glücklich kann sich schätzen, wer ein zweites oder drittes Standbein hat. Ein Besuch bei Eimers in Langgöns macht das deutlich.

Mittwoch, 13 Uhr auf dem Schrottplatz von Willi Eimer in Langgöns: Ein junger Mann steht am Schalter und zeigt Heinz-Willi Eimer seine Auswahl. Ein paar Lautsprecher und diverse Kleinteile hat er für sein Auto ausgebaut. Dann muss er noch sein Portemonnaie holen, das er im Auto vergessen hat, um die Teile zu bezahlen. Eimer, der am Schreibtisch vor dem Fenster sitzt, lässt ihn schonmal mit den Sachen gehen. Er weiß, wem er vertrauen kann. Und tatsächlich. Ein paar Minuten später kommt der junge Mann zurück und zahlt. Glücklich zieht er von dannen.

Das Beispiel zeigt, dass es sie noch gibt, die Schrauber und Bastler. Die, die nicht alles in einer Werkstatt erledigen lassen. Man ist ein wenig an die eigene Jugend erinnert. Als man vor rund 35 Jahren beispielsweise für seinen alten BMW 1800, Baujahr 1969, ein Kreuzgelenk gesucht hat - und bei Willi Eimer fündig wurde.

Doch wie wirkt sich die Corona-Pandemie auf die Verwertung von Autos aus? Wenn diese Frage jemand beantworten kann, dann die Eimers. »Das Geschäft mit den Autos läuft derzeit etwas schlechter«, sagt der Senior Willi Eimer unumwunden. Der 86-Jährige ist immer noch vor Ort, wenn auch eher in Altersteilzeit.

Allgemein sei die Fahrleistung deutlich zurückgegangen, sagt er - und damit auch die Nachfrage nach Ersatzteilen. Wenn weniger gefahren werde, gehe auch weniger kaputt, so die nachvollziehbare Erklärung.

Doch Eimer war vorausschauend, hat schon länger mehrere Standbeine: »Der Container-Dienst läuft sehr gut. Und auch der Schrotthandel. Wir sind zum Glück vielseitig«, fasst er die Situation zusammen.

Die Gründe für die in diesem Bereich positive Entwicklung liefert er gleich hinterher: »Die Leute hatten und haben halt Zeit, um daheim aufzuräumen.«

Da fällt dann nicht nur der klassische Sperrmüll an. Wertstoffe wie Kupfer, Messing und Eisen wurden und werden von Schrotthändlern, die durch die Städte und Dörfer fahren, vermehrt auf den Wertstoffhof an der Holzheimer Straße gebracht.

Seit 1982 ist Eimer dort direkt an der Autobahnbrücke ansässig. Recycling, wie man heute sagt, betreibt die Familie schon in der fünften Generation, den Container-Dienst auch schon seit etwa 25 Jahren. Letzterer macht inzwischen beziehungsweise aktuell ein gutes Drittel des Umsatzvolumens aus. Rund 140 Container in verschiedenen Größen sind im Bestand. »Wir fahren alles, auch Erdaushub«, sagt Heinz-Willi Eimer.

Die Nachfrage im Kerngeschäft, also in der Ersatzteil-sparte, sei zwar in den ersten Monaten mit dem ersten Lockdown deutlich zurückgegangen, bestätigt Eimer die Entwicklung in den vergangenen zwölf Monaten. Doch mittlerweile normalisiere es sich wieder. Es gebe nämlich noch einen anderen Umstand, der die Nachfrage - in diesem Fall positiv - beeinflusse. »Die Verunsicherung ist groß«, sagt er. Die Leute zögerten den Kauf eines neuen Autos hinaus, dafür würden mehr Ersatzteile für die bestehenden Autos nachgefragt. Das seien insbesondere Verschleißteile wie Lichtmaschinen oder Anlasser, im Winter Kotflügel und Stoßstangen wegen vermehrter Glätteunfälle, aber auch Achsen und Getriebe. Und so dürfte Corona das Geschäft auch in den nächsten Monaten beeinflussen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare