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Immer wieder werden Geldautomaten gesprengt - hier ein Foto vom Februar 2017 aus Pohlheim. Die Täter, die einen Automaten in Lang-Göns im September zu sprengen versuchten, sind noch nicht gefasst. ARCHIVFOTO: PAD

Risiko für Bankkunden gering

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Langgöns(pad). Am 7. September versuchten Unbekannte, den Geldautomat in Lang-Göns in der Straße Am Lindenbaum zu sprengen. Sie scheiterten, richteten zwar großen Sachschaden an, gelangten jedoch nicht an das Geld. Die Ermittlungen dauern weiterhin an, teilte die Polizei auf Nachfrage der Gießener Allgemeinen Zeitung mit. Daher lasse sich auch noch nicht sagen, ob es sich um Einzeltäter, Nachahmungstäter oder eine organisierte Bande handelt. Bankkunden müssen sich dennoch keine Sorgen machen, beruhigt die Polizei.

"Bankkunden können weiterhin sorgenfrei ihr Bargeld abheben", sagte Pressesprecher Jörg Reinemer. Eine generelle Vorsicht sei jedoch nicht verkehrt. "Stellt man fest, dass beispielsweise an einem Geldautomaten etwas manipuliert wurde, sollte man den Bereich verlassen und sofort die Polizei informieren."

Gase werden neutralisiert

Die gescheiterte Sprengung in Lang-Göns war nicht das erste Mal, dass im Landkreis Kriminelle versuchten, mit explosiven Methoden Geldautomaten zu knacken. In Watzenborn-Steinberg etwa wurden Geldautomaten in der "Neuen Mitte" bereits mehrfach gesprengt. Das betroffene Geldinstitut hat diesen Standort mittlerweile aufgegeben. Ein Grund waren die jeweils hohen Sachschäden - teils im sechsstelligen Eurobereich.

Den Kriminellen scheint egal zu sein, ob es sich um freistehende Bankautomaten handelt oder welche, die in Gebäuden zu finden sind. "Sehr wahrscheinlich haben die Täter ihre Tatorte nach anderen Gesichtspunkten, wie eine gute Verkehrsanbindung, ausgesucht", sagt Reinemer. Da die Täter kaum einschätzen könnten, welche Kraft das von ihnen in die Automaten eingeleitete Gas bei einer Explosion entfaltet, sieht die Polizei "bei solchen Taten ein hohes Risiko für Unbeteiligte, aber auch für die Täter selbst".

Um heftige Explosionen mit enormen Gebäudeschäden zu verhindern, investieren die Banken in Sicherheitstechnik. Technische Maßnahmen sollen Explosionen verhindern. Immer wieder findet man Aufkleber auf den Geräten, die Kriminelle darauf hinweisen, dass eingeleitete Gase neutralisiert werden. Zudem sollen Druckausgleichsvorrichtungen verhindern, dass die Gebäude größeren Schaden nehmen.

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